Schnelle Schließung gefordert: Flüchtlinge sollen C&A-Gebäude verlassen

Seit nunmehr zwei Jahren leben Flüchtlinge im ehemaligen C&A-Gebäude an der Karl-Marx-Straße 95. Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) möchte, dass sie noch vor Weihnachten ausziehen.

Das teilte sie bei der Bezirksverordnetenversammlung am 15. November mit. Anlass war eine Anfrage von Thomas Licher, Vorsitzender der Linken-Fraktion. Er beurteilte die Situation der rund 200 Menschen, darunter einige Neugeborene, als „ausgesprochen schwierig“. Beispielsweise stünden nur 3,2 Quadratmeter pro Person zur Verfügung, es gebe keine Türen zwischen den einzelnen "Abteilen", zu wenig Tageslicht und Bettwanzen.

Giffey sagte, gegen die stechenden Insekten habe das Gesundheitsamt Maßnahmen ergriffen, sie seien zwar reduziert worden, aber eine vollständige Vernichtung sei nicht gelungen. „Wir müssen ja Rücksicht darauf nehmen, dass dort Menschen wohnen.“

Sie habe sich ans zuständige Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten gewandt und gebeten, das Notquartier bis spätestens Ende des Jahres dichtzumachen. „Wenn das nicht passiert, dann werden wir es schließen“, kündigte die Bürgermeisterin an. Gehe es nach dem Bezirksamt, sollten die Menschen in den neuen Erweiterungsbau des Heimes an der Haarlemer Straße in Britz wechseln, der noch im November fertig werden soll. Dann könnten die Kinder der Geflüchteten dieselben Schulen wie bisher besuchen. Auch hier hat das Landesamt das letzte Wort, es teile aber "die Intenion auf sozialvertägliche Umzüge", so Giffey.

In Neukölln sind noch weitere Unterkünfte in Bau. An der Kiefholzstraße 74 können voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres Menschen beherbergt werden. Das Tempohome an der Karl-Marx-Straße 269 auf dem ehemaligen Bewag-Sportplatz soll im Frühjahr 2018 fertig sein und 160 Plätze haben.

Einige Probleme gebe es in der Gemeinschaftsunterkunft an der Gerlinger Straße in Buckow, berichtete Giffey. Hier würden derzeit Mängel wie Konstruktionsschäden im Sanitärbereich beseitigt, so dass nicht alle Plätze genutzt werden könnten. Ein Belegungsstopp liege aber laut Landesamt nicht vor.

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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