In der Silvesternacht mutwillig zerstört
Förderverein repariert Bücherbox am Obersee nach erfolgreicher Spendensammlung

- René Adebahr (Mitte) überreicht den symbolischen Spendenscheck an den FOO-Vereinsvorsitzenden Björn Döring (Zweiter von links) im Beisein von Danny Freymark (links), der stellvertretenden FOO-Vorsitzenden Birgit Fleischhauer sowie den Bücherbox-Kümmerern Detlef Reich und Wolfgang Paulus (rechts).
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Die zerstörte Bücherbox vor der Waldowstraße 43 ist repariert. Dass sie relativ schnell wieder zur Verfügung gestellt werden konnte, ist vor allem zahlreichen Spendern zu verdanken. Zu diesen gehört die Sparkassenfiliale im Linden-Center, die für die Reparatur 500 Euro zur Verfügung stellte.
Die Bücherbox am Rosengarten, die unweit vom Wasserturm am Obersee steht, war in der Silvesternacht mutwillig zerstört worden. Alle sechs Scheiben waren zersplittert, die Blende an der Box und Regalböden kaputt und etliche Bücher angekohlt. Mitglieder des Fördervereins Obersee & Orankesee (FOO) entdeckten die Beschädigung am Neujahrsmorgen. „Wir erstatteten Anzeige bei der Polizei“, berichtet der FOO-Vorsitzende Björn Döring. Außerdem informierte der Verein die Nachbarschaft und startete einen Spendenaufruf. „An der Bücherbox gab es in den vergangenen Jahren leider immer wieder mal Vandalismusschäden“, sagt Björn Döring. „Mal waren einzelne Scheiben beschädigt, mal gab es Schmierereien. Diese kleineren Schäden haben wir immer ohne viel Aufhebens vereinsintern behoben. Doch diesmal war der Schaden so erheblich, dass wir als gemeinnütziger Verein die Reparatur nicht selbst finanzieren konnten.“
Die Resonanz auf den Spendenaufruf war enorm. Binnen kurzer Zeit kamen rund 1000 Euro zusammen. „Viele der Spender waren, was uns sehr freut, nicht einmal Vereinsmitglieder“, sagt Döring. Die Hohenschönhausener Glaserei Pflüger tauschte rasch die zerborstenen Scheiben aus. Und demnächst sollen auch zerstörte Regalbretter und die Blende erneuert werden. Möglich wird das durch die Spende der Sparkasse. Als sie von der Zerstörung der Bücherbox erfuhren, setzten sich die Abgeordneten Danny Freymark und Martin Pätzold (beide CDU) mit der Filiale im Linden-Center in Verbindung. Dieser Sparkassenstandort unterstützt nämlich seit einigen Jahren Kiezprojekte in der Region mit Spenden.
Der Standortleiter der Sparkasse, René Adebahr, erklärte sich sofort bereit, für die Reparatur der Bücherbox dem Förderverein 500 Euro zur Verfügung zu stellen. Und so übergab er nun einen Scheck über diese Summe im Beisein von Danny Freymark an Vertreter des Vereins. Zu diesen gehörten auch Detlef Reich und Wolfgang Paulus. Die beiden Anwohner kümmern sich seit Jahren um die Bücherbox. Jeder von ihnen schaut, zu jeweils unterschiedlichen Zeiten, mindestens zweimal am Tag an der Box nach dem Rechten. Bei Bedarf säubern und reparieren sie diese natürlich. Rund 3000 Arbeitsstunden investierten die beiden bereits in den Betrieb der Box zum Büchertausch.
Diese gebe es am Obersee seit nunmehr siebeneinhalb Jahren, berichtet Björn Döring. Die Idee brachten Vereinsmitglieder von einer Reise nach Brodowin mit, bei der sie eine Bücherbox entdeckten. Deren Prinzip: Jeder kann ausgelesene Bücher in die Box hineinstellen. Aus den hineingestellten Büchern kann sich jeder Bücher mitnehmen und seinerseits ausgelesene Bücher hineinstellen. So bleiben die Bücher im Umlauf. Um das Projekt am Obersee umsetzen zu können, wurde eine ausgediente Telefonzelle besorgt. In Abstimmung mit dem Bezirksamt ist der heutige Standort ausgewählt und vom Amt genehmigt worden. Und seitdem stehen rund 250 Bücher jederzeit zum Tauschen bereit.
„Unser Angebot der Bücherbox wird rege angenommen“, so Döring. „Unseren Hochrechnungen zufolge wurde es bereits rund 50 000-mal genutzt.“ Danny Freymark dankt den Mitgliedern des Fördervereins für ihr Engagement: „Ohne sie würde es diese vielgenutzte Bücherbox nicht geben. Und ohne sie wäre es am Obersee und am Orankesee auch nicht ganz so schön.“
Der FOO, der aktuell 322 Mitglieder hat, kümmert sich nicht nur um die Bücherbox. Er macht unter anderem auch Sport- und Kulturangebote und führt Putz- und Aufräumaktionen an beiden Seen durch. Einige wichtige Termine 2025 stehen bereits fest. Am 12. April vom 9 bis 12.30 Uhr findet beispielsweise der Frühjahrputz an beiden Seen statt. Für den 1. Mai ist das traditionelle Fest „Kulturen im Park“ geplant, und am 6. September soll das diesjährige Seenfest stattfinden.
Weitere Informationen zum FOO finden sich auf www.obersee-orankesee.de.
Autor:Bernd Wähner aus Pankow |
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