Positives Fazit, schlechtere Aussichten
Freude über neue Radwege / Demo für Verbindung über die Monumentenbrücke
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- Passend zum Valentinstag wählten die Demonstranten das Motto "Broken Heart", um ihrer Enttäuschung über den Senat Ausdruck zu verleihen.
- Foto: NFTS
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In Tempelhof-Schöneberg sind im vergangenen Jahr 5,7 Kilometer Radwege fertiggestellt worden. Damit liegt der Bezirk an der Spitze in Berlin, teilt die Grünen- Fraktion mit. Neben den guten Nachrichten gibt es auch weniger Erfreuliches.
„Mit der Umsetzung unserer Anträge haben wir konsequent der Verkehrspolitik unseren grünen Stempel aufgesetzt“, so Astrid Bialluch-Liu, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die umgesetzten Großprojekte sind die Radstreifen an der Haupt- und Boelckestraße sowie am Mariendorfer Damm. Sie sind zwischen 1,3 und 1,4 Kilometer lang. Außerdem wurde die Handjerystraße zur Fahrradstraße umgestaltet, auf der die Radler Vorrang haben.
Zurzeit in Arbeit ist der Radweg an der Grunewaldstraße, der knapp 1,6 Kilometer misst. Neue Radstrecken sind auch beim Umbau der Bahnhofstraße in Lichtenrade entstanden oder befinden sich noch in Planung, genauso wie an der Ella-Barowsky-Straße am Südkreuz. Schließlich wurden 2023/24 mehr als 440 Fahrradstellplätze geschaffen, darunter die abschließbaren Boxen auf dem Park&Ride-Parkplatz an der Reißeckstraße, wenige Meter vom U-Bahnhof Alt-Mariendorf entfernt.
Bedauerlich findet Astrid Bialluch-Liu allerdings die Verkehrspolitik des jetzigen Senats. „Von den vollmundigen Ankündigungen des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner ist leider nicht viel übrig geblieben“, sagt sie. Laut Radverkehrsplan sollten 2024 in ganz Berlin 100 Kilometer gebaut werden, 20 seien es geworden. Landesmittel für Radwege wurden bereits um 2,5 Millionen Euro gekürzt Im kommenden Jahr sollen insgesamt nur 500.000 Euro zur Verfügung stehen.
Unzufrieden ist auch das „Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg“. Die Mitglieder kritisieren, dass der Umbau der Monumentenstraße zur Fahrradstraße nicht vorankommt. Das Projekt war bereits vor mehr als fünf Jahren von den Bezirksverordneten beschlossen worden. Im Sommer 2023 sollten schließlich die Arbeiten beginnen. Doch dann wurde das Projekt von der damals neuen Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) gestoppt.
Die Monumentenstraße ist Teil der Verbindung zwischen Kreuzberg und Wilmersdorf und gehört zum Berliner Vorrang-Radnetz. Auch deshalb halte das Bezirksamt am Umbau zur Fahrradstraße fest, so Ursula Epe vom Fahrrad-Netzwerk. Dafür habe es Fördermittel beim Bundesamt für Logistik und Mobilität beantragt, doch die Senatsverkehrsverwaltung habe den Antrag noch nicht weitergeleitet. Epe wirft der Behörde eine Blockadehaltung vor. Um dagegen zu protestieren, zogen am 14. Februar Demonstranten über die Monumentenstraße.
Autor:Susanne Schilp aus Neukölln |
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