Zwischenbilanz nach 100 Tagen
Pilotprojekt für urbane Logistik soll CO2-Belastung um die Hälfte reduzieren

Mit diesen Lastenrädern kommen Lieferungen schnell und schadstofffrei zu den Kunden.  | Foto:  K. Rabe
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  • Mit diesen Lastenrädern kommen Lieferungen schnell und schadstofffrei zu den Kunden.
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Seit dem vergangenen Herbst läuft in Charlottenburg-Wilmersdorf ein Pilotprojekt für nachhaltige Stadtlogistik. Auf dem Parkplatz P9 hat der Bezirk eine Leichtbauhalle als Mikro-Depot errichtet. Hier werden Paketsendungen auf Lastenräder umgeladen. Auf diese Weise gelangen Lieferungen umweltfreundlich in die umliegenden Kieze.

Nach 100 Tagen haben das Bezirksamt, die DB InfraGO AG als Betreiber sowie die Nutzer des Mikro-Depot eine erste Bilanz gezogen. Diese fällt positiv aus. Zu den aktuellen Nutzern des Umschlagpunkts gehören unter anderem Hermes, GLS, Urban Cargo, Grüne Stadtlogistik/Zukunftsangelegenheiten und CityLog. Sie laden auf dem ehemaligen Parkplatz neben dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) Paketsendungen, Bio-Kisten, Handwerkerbedarf und mehr auf elektrisch betriebene Lastenräder um und liefern sie umweltfreundlich und schnell an die Empfänger. Dadurch ersetzt das Konzept die bisherigen Fahrten mit Verbrennungsfahrzeugen und reduziert somit gleichzeitig Treibhausgase, Luftschadstoffe und Lärmbelästigung.

Das Unternehmen UrbanCargo hat sechs E-Bikes am Standort, um Bio-Kisten mit Bio-Obst in Büros zu bringen. Der umweltfreundliche und nachhaltige Bio-Lieferservice beliefert unter anderem Kunden in der Kantstraße, Lietzenburger Straße und Bismarckstraße. Laut Geschäftsführer Roland Prejawa sind die Bikes mit zwei bis vier Touren am Tag gut ausgelastet und absolvieren pro Tour 15 Stopps. Wie bei den anderen Lieferanten des Micro-Hubs ermöglichen die wendigen Fahrzeuge pünktliche Zustellungen und verursachen keine Staus.

Urban Cargo bringt in diesen Lastenrädern frisches Bio-Obst zu den Kunden in der Kantstraße.  | Foto: K. Rabe
  • Urban Cargo bringt in diesen Lastenrädern frisches Bio-Obst zu den Kunden in der Kantstraße.
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In der Pilotphase umfasst das Liefergebiet die Kantstraße und ihre Seitenstraßen. Hier ist die Belastung durch Lieferverkehre besonders hoch. „Täglich werden etwa 1000 Pakete allein in der Kantstraße ausgeliefert“, sagt Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger (Bündnis 90/Die Grünen). Das führe nicht nur zu einer extremen Schadstoffbelastung, sondern auch das Parken in zweiter Reihe verursache Staus und Behinderungen, so Schruoffeneger. Mit der Inbetriebnahme der 200 Quadratmeter großen Logistik-Leichtbauhalle als Verteilerknoten an der Kreuzung Messedamm/ Neue Kantstraße erhoffen sich Bezirksamt und Betreiber eine deutliche Einsparung an CO2. „Bei Vollauslastung des Mikro-Depots könnten rund 50 Prozent der CO2-Menge eingespart werden“, sagt Jan Kruska, Projektleiter der MicroDepot Smart Cities bei der DB InfraGO. Noch habe man dieses Ziel nicht erreicht, sei jedoch auf dem besten Weg dahin, zeigt er sich zuversichtlich.

Auf dem Mikro-Depot am Messedamm werden Paketsendungen auf umweltfreundliche Lastenräder umgeladen.  | Foto:  K. Rabe
  • Auf dem Mikro-Depot am Messedamm werden Paketsendungen auf umweltfreundliche Lastenräder umgeladen.
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In den kommenden Monaten sollen im Bezirk weitere Mikro-Depots entstehen. Vorstellbar wären Standorte auf der Mierendorff-Insel und am Bundesplatz. Insgesamt gebe es fünf Standorte im Bezirk, die sich eignen würden, so Schruoffeneger. Diese könnten auch deutlich kleiner ausfallen und beispielsweise in leerstehenden Ladenflächen eingerichtet werden.

Das Pilotprojekt für urbane Logistik ist ein zentraler Bestandteil der Umweltstrategie des Bezirks. Es ist als Pilotprojekt im Rahmen des Förderprogramms „Städtische Logistik“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr auf maximal fünf Jahre ausgelegt und erhält Fördermittel von diesem Ministerium.

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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