Karin Weber engagiert sich in der Albert Schweitzer Stiftung

Karin Weber arbeitet ehrenamtlich in der Blankenburger "Albert Schweitzer Stiftung". | Foto: BW
  • Karin Weber arbeitet ehrenamtlich in der Blankenburger "Albert Schweitzer Stiftung".
  • Foto: BW
  • hochgeladen von Bernd Wähner

Blankenburg. Karin Weber hat zurzeit alle Hände voll zu tun. Sie schneidert an Kostümen für einen Fotokalender. Auch wenn sie von Hause aus Schneidermeisterin ist, sie schneidert inzwischen ehrenamtlich. Denn Karin Weber ist 73 Jahre alt und seit einigen Jahren als Freiwillige in der "Albert Schweitzer Stiftung - Wohnen & Betreuen" tätig. Diese betreibt auf dem parkähnlichen Gelände in der Bahnhofstraße 32 mehrere Senioren- und Behinderteneinrichtungen.

Zum Ehrenamt kam Karin Weber über ihre Mutter. Diese verbrachte ihre letzten Lebensjahre in der Demenzabteilung der Stiftung. Sie besuchte sie regelmäßig und kam auf die Idee, den Bewohnern Spielangebote zu unterbreiten. "Wenn ich jemanden ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, bin ich glücklich", sagt Karin Weber.

Auch wenn ihre Mutter im vergangenen Jahr im Alter von 96 Jahren verstarb, Karin Weber kommt immer noch jeden Donnerstag hierher. Sie trainiert mit den Bewohnerinnen spielerisch das Gedächtnis und Fingerfertigkeiten. Inzwischen hat sie ihr ehrenamtliches Engagement aber ausgebaut. Unter anderem hilft sie bei der Vorbereitung von Festen auf dem Stiftungsgelände. Besonders beliebt sind dabei ihre "Jahrhundert-Modenschauen". Mit denen unternimmt sie Zeitreisen und erzählt immer auch ein Stück Regionalgeschichte. "Das ist ein Hobby von mir", erklärt Karin Weber. Sie arbeitete 28 Jahre lang an der Komischen Oper als Ankleiderin. Als sie in ihr Haus nach Karow zog, richtete sie sich im Keller einen eigenen Fundus ein. "Hier lebe ich meine Kreativität weiter aus", sagt sie lächelnd.

Dieses Hobby brachte sie auf die Idee, Modenschauen mit historischen Kleidungsstücken zu organisieren. Als Models für ihre Modenschauen finden sich Bewohner und Mitarbeiter der Stiftung. "Das Schöne für mich ist, dass diese Modenschauen bei vielen Bewohnern Erinnerungen wachrufen. Außerdem macht mir das Ganze ungeheuer viel Spaß", sagt sie

Dieses faszinierende Hobby der Ehrenamtlichen nutzt jetzt auch Nadja Runge, die Öffentlichkeitsarbeiterin der Stiftung. Sie stellt gerade in Zusammenarbeit mit einem Fotografen einen Fotokalender zusammen. Für diesen werden Bewohner der Stiftung abgelichtet. "Das große Thema ist: Was würdet ihr gern mal sein oder machen", berichtet Nadja Runge. Die Wünsche der Fotomodelle gehen natürlich weit auseinander. Der eine hätte gern mal als Bäcker gearbeitet, die andere hätte gerne Charleston tanzen gelernt, und wieder ein anderer möchte schlicht nur sehr viel Geld besitzen. Karin Weber stellt zum Fototermin entsprechende Kostüme bereit. Dieser Fotokalender soll am Ende eine große Überraschung werden.

Generell steckt Karin Weber noch voller Ideen. "Mir schwebt zum Beispiel vor, für die Bewohner der Stiftung ein regelmäßiges Café mit Wiener Kaffeehausatmosphäre einzurichten", sagt sie. Außerdem würde sie gern eine "darstellerische Beschäftigungsgruppe" initiieren. "Doch dazu bräuchte ich noch eine Mitstreiterin. Ganz allein würde ich das nicht schaffen." Dass sie sich ehrenamtlich engagiert, sieht Karin Weber keineswegs als Pflicht an. "Ich lebe auch meine Hobbys aus", sagt sie lächelnd. "Wenn ich gebraucht werde, komme ich gern. Hier bin ich unter Menschen und erlebe noch ein Stück gesunden Stress. Das tut mir gut. Für mich ist das ein Geschenk."

Weitere Informationen zum Thema Ehrenamt in der "Albert Schweitzer Stiftung" ist bei Steffen Gester unter 47 47 74 17 zu erfahren.
Bernd Wähner / BW
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

90 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

Gesundheit und MedizinAnzeige
Hüft- und Kniebeschwerden können durch Unfälle, Verschleißerscheinungen oder Fehlstellungen verursacht werden und beeinträchtigen Ihre Beweglichkeit sowie Ihre Lebensqualität erheblich. | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Für mehr Lebensqualität!
Linderung für Hüft- und Knieschmerzen

Hüft- und Kniebeschwerden können durch Unfälle, Verschleißerscheinungen oder Fehlstellungen verursacht werden und beeinträchtigen Ihre Beweglichkeit sowie Ihre Lebensqualität erheblich. Bei unserem Infoabend wird Tariq Qodceiah, Chefarzt für Orthopädie & Unfallchirurgie sowie Leiter des Caritas Hüftzentrums in Reinickendorf, Ihnen die verschiedenen Ursachen und Behandlungsstrategien für Knie- und Hüftschmerzen erläutern. Er stellt sowohl konservative als auch operative Methoden vor und zeigt,...

  • Reinickendorf
  • 25.02.25
  • 93× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Schonende Verfahren für Ihre Rückengesundheit werden am 19. März vorgestellt. | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Informationen für Patienten
Minimal-Invasive Wirbelsäulenchirurgie

Leiden Sie unter anhaltenden Rückenschmerzen oder Wirbelsäulenbeschwerden? Moderne minimal-invasive Operationsverfahren ermöglichen eine schonendere Behandlung mit schnelleren Genesungszeiten. Erfahren Sie mehr über innovative Therapiemöglichkeiten bei unserem Infoabend mit Dr. (Univ. Kermanshah) Kamran Yawari, Teamchefarzt des Caritas Wirbelsäulenzentrums. In seinem Vortrag erläutert er die Vorteile minimal-invasiver Wirbelsäulenchirurgie und zeigt auf, wann und für wen diese Methoden sinnvoll...

  • Reinickendorf
  • 18.02.25
  • 415× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Erfahren Sie, welche proktologischen Erkrankungen häufig auftreten, welche Untersuchungsmethoden es gibt und wie moderne Behandlungsmöglichkeiten helfen können.  | Foto: pixel-shot.com, Leonid Yastremskiy

Proktologie: Ende gut, alles gut!

Unser Darm ist mit seinen 5 bis 7 Metern Länge ein wahres Wunderwerk unseres Körpers. Doch wenn es am Ende des Darms zu Erkrankungen kommt, kann das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen – auch wenn man es nicht sieht. Aus Scham werden diese Probleme oft verschwiegen, dabei gibt es in den meisten Fällen gute Behandlungsmöglichkeiten. Wir laden Sie herzlich zu unserem Informationsabend ein! Erfahren Sie, welche proktologischen Erkrankungen häufig auftreten, welche Untersuchungsmethoden es...

  • Reinickendorf
  • 19.02.25
  • 377× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Gallensteine sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Gesundheitsproblem.  | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Patienten fragen
Steine in der Gallenblase – was nun?

Gallensteine sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Gesundheitsproblem. Etwa jede fünfte Person in Europa ist betroffen, und fast die Hälfte entwickelt im Laufe des Lebens Beschwerden. Diese äußern sich meist in Form von wiederkehrenden Schmerzen, insbesondere im rechten Oberbauch. In einigen Fällen können Gallensteine zu ernsthaften Komplikationen wie einer Entzündung der Gallenblase führen. Die bevorzugte Therapie bei Beschwerden ist die operative Entfernung der Gallenblase – in der Regel...

  • Reinickendorf
  • 12.02.25
  • 756× gelesen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.