Wald, Park und Garten in einem
Am Britzer Garten entsteht derzeit eine multifunktionale grüne Oase

Die Fläche für den Waldgarten ist nie bebaut gewesen. | Foto:  Schilp
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  • Die Fläche für den Waldgarten ist nie bebaut gewesen.
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Ein berlinweit einzigartiges Projekt ist am Hochspannungsweg an den Start gegangen: Auf knapp drei Hektar entsteht ein Waldgarten, das ist eine Mischung aus Wald, öffentlichem Park und Kleingartenparzellen.

Das Areal, das an den Britzer Garten grenzt, war früher Ackerfläche, dann bezirkliche Baumschule, jetzt grüne Ausgleichsfläche für den Bau der Stadtautobahn. Ein echter Glücksfall, ein so großes Stück Land mit gutem Boden mitten in der Stadt, findet die Projektleiterin Jennifer Schulz von der Universität Potsdam.

Rund 5000 Quadratmeter sind für einen lichten Wald gedacht. Hauptsächlich Essbares soll dort auf mehreren "Etagen" gedeihen: Obst- und Nussbäume, Esskastanien, Kräuter, Blumen mit verzehrbaren Teilen wie Taglilie oder Beinwell sowie Sträucher, Kletterpflanzen und Bodendecker. „Wir können hier vieles verknüpfen: Kühlung, Bodenschutz, Artenvielfalt, Wasserhaushalt und eine neue Form von Urban Gardening“, so Schulz. Das Ganze ist nämlich ein Gemeinschaftsprojekt, Neueinsteiger sind willkommen. Im Herbst laufen „Mitmachbaustellen“ an.

Wichtiger Partner ist der Bezirksverband Berlin-Süden der Kleingärtner, Pächter des Areals. Geschäftsführer Manfred Hopp sagt, er sei von der Idee Waldgarten sofort begeistert gewesen. „Es wird immer trockener, es ist Zeit für Wandel.“ Das werde sich auch bei den 60 neuen Parzellen auf rund 12.000 Quadratmetern widerspiegeln. Sie sollen naturnah sein, mit maximal 250 Quadratmetern recht klein, mehrere Lauben teilen sich einen Wasseranschluss, Toiletten und Duschen gibt es im Vereinsheim.

Für den „essbaren Park“ ist rund ein Hektar reserviert. Dort können dann Spaziergänger Früchte ernten oder naschen. Auch an Umweltbildung für Schulklassen und andere Gruppen ist gedacht, wie Ulla Müller vom Freilandlabor im Britzer Garten berichtet. „Das erste Mal können wir in Berlin die Entwicklung vom rohen Boden bis zum fertigen Wald begleiten. Ich hoffe, wir können Erkenntnisse auf andere Grünorte wie Schulgärten übertragen“, sagt sie.

Finanziert wird das Ganze seit 2021 vom Bund und Senat, die Laufzeit beträgt sechs Jahre. Mit im Boot ist die Stadt Kassel, in der es einen ähnlichen Waldgarten gibt. Weitere Informationen gibt es unter bwurl.de/187phttps://www.kleingartenverband-neukoelln.de/das-waldgartenprojekt.html, über den E-Mail-Kontakt bv-sueden@urbane-waldgaerten.de sowie telefonisch unter Tel. 40 75 11 45.

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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