Das Schicksal moderner Kunst
Forschungsstelle „Entartete Kunst“ wird 20 Jahre alt

In der Koserstraße 20 befindet sich die Forschungsstelle für "Entartete Kunst".  | Foto:  K. Rabe
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Die Forschungsstelle „Entartete Kunst“ am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität (FU) Berlin gibt es seit 20 Jahren. Sie ist eine der international wichtigsten Datenbanken zum Schicksal moderner Kunst in Zeiten des NS-Regimes.

Die Forschungsstelle „Entartete Kunst“ wurde unter Federführung von Thomas W. Gaehtgens 2003 am Kunsthistorischen Institut der FU in der Koserstraße 20 eingerichtet. Dort finden sich Informationen über rund 20 000 Werke von Otto Dix bis Oskar Kokoschka, die 1937 von den Nationalsozialisten deutschen Museen zwangsentzogen wurden. Zum Teil wurden sie damals in der Ausstellung „Entartete Kunst“ als abschreckende Beispiele gezeigt und danach teilweise vernichtet oder ins Ausland verkauft. Auch Bilder jüdischer Privatsammlungen waren betroffen, sofern diese sich damals als Leihgaben in öffentlichen Institutionen befanden.

Bekannt wurde die Forschungsstelle vor allem, als der Schwabinger Kunstfund, der „Gurlitt-Fall“, öffentlich wurde. Die Kunsthistorikerin Meike Hoffmann begutachtete damals die mehr als 1500 verschollen geglaubten Werke, die in einer Münchner Wohnung gefunden wurden.

Während ihres 20-jährigen Bestehens wurden von der Forschungsstelle eine Vielzahl der 1937 beschlagnahmten Werke wiedergefunden. Die während der Weimarer Republik erfolgreich aufgebauten Sammlungen moderner Kunst sind mit der Zerschlagung durch die Nationalsozialisten heute nur noch in der Datenbank der Forschungsstelle virtuell einsehbar.

Die Arbeit an der Forschungsstelle ist eng verbunden mit der universitären Lehre. Angeboten werden Seminare zu wechselnden Themen aus dem Kreis der verschiedenen Provenienzforschungsprojekte. Hierfür kooperiert die Forschungsstelle eng mit Berliner Museen und Archiven, vor allem mit dem Brücke-Museum.

Weitere Infos auf www.fu-berlin.de.

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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