Spieler ließen sich zu Schiedsrichtern ausbilden

Jerome, Jason, Tim und Maximilian ließen sich zu Jugendschiedsrichtern ausbilden. | Foto: BW
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Französisch Buchholz. Beim SV Buchholz ließen sich in den vergangenen Monaten einige junge Spieler zu Jugendschiedsrichtern ausbilden. Zu einem Fußballspiel gehören nicht nur die Spieler zweier Mannschaften, ein Ball und zwei Tore, auch ein Schiedsrichter ist erforderlich.

Leider gibt es davon in Berlin zu wenige. Viele Spiele der Kinder- und Jugendmannschaften finden deshalb ohne ausgebildeten Unparteiischen statt. Zumeist übernimmt das dann der Vater eines Spielers. Viel besser wäre es aber, wenn die Spiele von jungen Schiedsrichtern geleitet würden, sagte sich Gerhard Bieber. Er ist Schiedsrichter-Obmann beim SV Buchholz. Immer wieder warb er für eine Schiedsrichterausbildung bei Spielern der Jugendmannschaften. Diese Beharrlichkeit zahlte sich jetzt aus.Vor allem in der zweiten C-Jugendmannschaft des Vereins fruchteten seine Bemühungen. Gleich vier Spieler ließen sich inzwischen zu Schiedsrichtern ausbilden. Den Anfang machte im vergangenen August Jerome Ritter. Der Kotrainer der Mannschaft, Lutz Hartmann, sagte zu ihm, dass Schiedsrichter doch eine interessante Aufgabe sei. "Er meldete mich dann für einen Lehrgang an", berichtet der 14-Jährige. Nach dem fünftägigen Kurs hatte der Fußballer dann einen Praxis- und einen Theorietest zu absolvieren. "Die Prüfung hat es in sich", erklärt Gerhard Bieber. "Da sind nicht nur Kreuzchen zu machen, sondern man muss auch Situationen und Entscheidungen erklären können."

Nach dem Lehrgang folgten für Jerome die ersten Einsätze. "Ich war anfangs ziemlich aufgeregt", erzählt der junge Schiedsrichter. "Aber Herr Bieber begleitete mich. Das gab mir Sicherheit." Inzwischen hat Jerome schon zehn Punktspiele und vier Turnierspiele gepfiffen. Das nächste Mal steht er am Pfingstwochenende als Unparteiischer auf dem Platz. "Für mich ist es interessant, ein Spiel aus einer anderen Perspektive zu sehen", sagt er. "Wenn Spieler oder auch Väter meckern, weil sie eine Situation anders sehen als ich, ist das schon komisch. Da muss man sich als Schiri durchsetzen."

Neben Jerome ließen sich noch drei Mannschaftskameraden ausbilden. Diese Entwicklung sei auch gut für die Mannschaft selbst, erklärt Trainer Wulf Dornblut. "Die Spieler mit Schiedsrichtererfahrung sehen manche Entscheidungen in Spielen inzwischen mit anderen Augen. Wenn dann ihre Mitspieler protestieren wollen, halten sie sie schon mal zurück, weil sie wissen, dass die Entscheidung doch richtig war."

Für Obmann Gerhard Bieber ist der Nachwuchs jedenfalls eine tolle Sache: "Mir ist keine andere Jugendmannschaft mit gleich vier ausgebildeten Schiedsrichtern bekannt", sagt er. Natürlich hofft er, dass sich noch weitere junge Spieler dafür entscheiden. "In Berlin gibt es an jedem Wochenende immerhin noch 150 Spiele im Jugendbereich, die ohne ausgebildeten Schiedsrichter stattfinden."

Bernd Wähner / BW
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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