Wegen maroder Geräte ist das Angebot vielfach eingeschränkt

Kaum noch Platz zum Spielen. Große Teile der Anlage auf dem Traveplatz sind derzeit gesperrt. | Foto: Frey
  • Kaum noch Platz zum Spielen. Große Teile der Anlage auf dem Traveplatz sind derzeit gesperrt.
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Friedrichshain-Kreuzberg. Sommerzeit, Spielplatzzeit. Gerade in diesen Wochen zieht es die Kinder auf die öffentlichen Anlagen. Allerdings endet der Besuch häufig mit einer Enttäuschung.

Denn auf rund der Hälfte der 175 Spielplätze im Bezirk sind Geräte wegen Baufälligkeit nicht nutzbar und eingezäunt oder sogar ganz gesperrt. Manchmal geht es nur um geringfügige Reparaturen von wenigen 1000 Euro. An anderen Stellen wäre eine fünfstellige Summe nötig. Zum Beispiel am Chamissoplatz, wo 80 000 Euro aufgewendet werden müssten. Am Traveplatz ist die große Kletterburg, samt Rutsche, seit einigen Wochen außer Betrieb. Die Geräte sind stark abgenutzt und morsch. Für die Besucher bleiben als Spielmöglichkeiten nur noch zwei Rutschen, Teile des Sandkastens und eine Tischtennisplatte. Das Ausbessern würde 15 000 Euro kosten. Wann das stattfindet, ist derzeit unklar. Insgesamt belaufen sich die Schäden auf Spielplätzen in Friedrichshain-Kreuzberg auf rund 2,3 Millionen Euro. Für die Sanierung habe er pro Jahr aber lediglich 180 000 Euro zur Verfügung, klagt Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis 90/Grüne). "Das bedeutet, wir brauchen nach jetzigem Stand mehr als zehn Jahre, um nur die aktuellen Probleme zu beheben."

Panhoff hat deshalb bereits im Frühjahr ein Spielplatz-Sonderprogramm vom Senat gefordert. Ähnlich wie zuletzt bei der Sanierung von Schlaglöchern sollte die Landesregierung zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen. Unterstützt wird dieser Vorstoß inzwischen auch von seinem Lichtenberger Kollegen Wilfried Nünthel (CDU). Allerdings, selbst wenn dafür Geld locker gemacht wird, würde das wahrscheinlich hinten und vorne nicht ausreichen.

Dass das Bereitstellen von ausreichend Spielmöglichkeiten für Kinder wirklich am Geld scheitern soll, ist nicht nur für Gabriella Kaposi unverständlich. Mit ihrem zweieinhalbjährigen Sohn besuchte sie regelmäßig den Spielplatz an der Fontanepromande. Anfang Juli, "mitten im Sommer", wurde dort die Spielburg gesperrt. Bei der Suche nach Alternativen entdeckte sie ähnliches auch an anderen Orten. "Es kann nicht sein, dass ich in einem kinderreichen Bezirk wie Friedrichshain-Kreuzberg lange Wege zurücklegen muss, bis ich irgendwo einen brauchbaren Spielplatz finde." Ebenso wie andere Eltern beklagt sie außerdem, dass die Fontanepromenade ohne große Vorwarnung geschlossen worden und es keine Informationen gegeben, wie es dort weitergehen soll.

Vielleicht auch aufgeschreckt durch diesen Ärger tut sich zumindest dort inzwischen etwas. Am 15. August haben an der Fontanepromenade die Reparaturarbeiten begonnen. Sie sollen etwa drei Wochen dauern. Eigentlich sollte das erst im September passieren. 8000 Euro sind dafür veranschlagt. Insgesamt ist das aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Eine Liste aller Spielplätze im Bezirk und die jeweiligen Schäden findet sich auf der Website: http://asurl.de/bnx.
Thomas Frey / tf
Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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