1600 Unterschriften gegen Umbau des Zeltinger Platzes gesammelt
Frohnau. Rund 1600 Bürger haben mit ihrer Unterschrift gegen den Umbau des Zeltinger Platzes protestiert. Mit diesem wurde am 9. Januar begonnen. Mit zwei Zebrastreifen soll der Platz sicherer für Fußgänger werden.
Das Problem: Zebrastreifen dürfen nur auf einspurigen Fahrbahnen aufgetragen werden. Bei zwei Spuren besteht die Gefahr, dass Autofahrer einen haltenden Wagen überholen und somit erst recht Fußgänger gefährden. Daher muss für die beiden Wege die Fahrbahn des Platzes verengt werden. Einige Anwohner fürchten nun Dauerstau im Berufsverkehr und verstopfte Seitenstraßen, Geschäftsleute Umsatzrückgänge, wenn Kunden den Bereich zu meiden beginnen.
Schon 2009 hatte die beim Senat angesiedelte Verkehrslenkung Berlin auf Wunsch der Bezirksverordneten reagiert und die beiden Zebrastreifen angeordnet. Doch da erst erkannte die CDU, dass mit den Übergängen auch eine erhebliche Umgestaltung des Platzes verbunden ist. Sie stellte sich - zusammen mit Anwohnern - dagegen und schlug vor, die Auswirkungen erst einmal mit provisorischen Verengungen zu testen. Das lehnte die Verkehrslenkung Berlin jedoch ab. Geteilt werden die Bedenken auch von Frohnauer Interessenvertretungen wie Bürgerverein und Hausbesitzerverein, die zu den Initiatoren der Unterschriftensammlung gehören.
Der SPD-Verordnete Ulf Wilhelm erklärte in der Bezirksverordnetenversammlung vom 8. Januar, dass die Befürchtungen vor allem auf das Schüren von Ängsten zurückgingen. Die CDU hänge immer noch der Vorstellung von der autogerechten Stadt nach. Unterstützung erhielt er vom grünen Bezirksverordneten Jens Augner: "Alle Bezirksverordneten haben sich für die Sicherheit des Fußgänger ausgesprochen." Wirtschaftsstadtrat Uwe Brockhausen (SPD) sieht zudem wenig Grund für Ängste vor einem Niedergang der Geschäfte im Frohnauer Zentrum: "Die bleiben mit ihrem Angebot weiter attraktiv."
Beim jetzt begonnenen Umbau verlegen zunächst die Wasserbetriebe neue Leitungen. Dann geht es an den Umbau der Straße. Mit einer Fertigstellung wird je nach Witterung noch in diesem Jahr gerechnet.
Christian Schindler / CS
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