Altmeister und Newcomerin in der Joseph-Haydn-Straße
Ben Wagin und Alina Cowan stellen aus

Gerade neunzig geworden und kein bisschen müde: Ben Wagin. | Foto: KEN
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  • Gerade neunzig geworden und kein bisschen müde: Ben Wagin.
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Der renommierte Berliner Aktionskünstler Ben Wagin trotzt dem Coronavirus.

Der Neunzigjährige zeigt im Tiefparterre der Joseph-Haydn-Straße 1 im Hansaviertel eine temporäre Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit Alina Cowan entstanden ist. 75 Jahre nach Kriegsende will die Schau an das alte Hansaviertel und seine jüdischen Bewohner erinnern, die von den Nazis deportiert und ermordet wurden.

Ben Wargin erschuf das "Baumparlament"

Der Bildhauer, Zeichner, Gestalter, Autor, Textsetzer und Gründer der Künstlergruppe „Die Baumpaten“ ist seit den sechziger Jahren für seinen, wegen eines Bürobaus inzwischen verschwundenen „Weltenbaum“ am S-Bahnhof Tiergarten, die Bemalung der Wände des S-Bahnhofs Savignyplatz oder das „Baumparlament“ im Regierungsviertel bekannt. Die Künstlerin Alina Cowan, Jahrgang 1987, ist eine vielversprechende Newcomerin. Ihr künstlerisches Augenmerk richtet sie auf großformatige Zeichnungen.

Mit dem Haus in der Joseph-Haydn-Straße 1 hat es seine Bewandtnis. Es gehört zu den wenigen Häusern im alten Hansaviertel, die nach den Bombardements im Zweiten Weltkrieg stehengeblieben sind. Es ist das einzige alte Haus in dieser Straße. Hier wohnt Ben Wagin seit über 65 Jahren. Hier arbeitet er. Hier organisierte er in den sechziger Jahren erste Ausstellungen und Zusammenkünfte mit jungen Berliner Künstlern.

Künstler setzte sich für Denkmalschutz ein

Ben Wagin ist es mit zu verdanken, dass der eindrucksvolle Bau unter Denkmalschutz gestellt worden ist. Kurz vor dem geplanten Abriss habe Ben Wagin gemeinsam mit Künstlerkollegen den Flur- und Eingangsbereich gestaltet, erinnern sich Mitglieder des Baumpatenvereins. Der Bereich hat zusammen mit der von Gustav Eiffel entworfenen gusseisernen Treppe bis zum Ausbruch der Corona-Krise viele interessierte Besucher in das Haus gelockt.

Das Mietshaus wurde 1886 bis 1887 im spätklassizistischen Stil auf einem ungewöhnlichen, dreieckigen Grundstück errichtet. In der Mitte des Gebäudes liegt das Treppenhaus. Die besagte Eiffel-Eisentreppe erschließt pro Stockwerk zwei große Fünfzimmerwohnungen.

Der Entwurf für die Joseph-Haydn-Straße 1 stammt von den Architekten Hermann Ende und Wilhelm Böckmann. Sie haben in ihrer Zeit auch zahlreiche Villen im Tiergarten entworfen. Von ihnen ist mit Ausnahme der herrschaftlichen Villa von der Heydt, die Hermann Ende 1860-1861 als Privatwohnsitz des preußischen Handelsministers August von der Heydt (1801-1874) entwarf, keine erhalten.

Die Ben Wagin-Alina Cowan-Ausstellung ist sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet. Es gelten die in Berlin gültigen Mindestabstandsregeln, mindestens 1,50 Meter zu anderen Personen.

Gerade neunzig geworden und kein bisschen müde: Ben Wagin. | Foto: KEN
Objektkunst von Ben Wagin vor der Siegessäule. | Foto: Uwe Bohrer
Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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