Zweite Runde vor Gericht
Bezirk und Investor streiten weiter über die Grundsicherung des maroden Lokschuppens

Der Rundlokschuppen am S-Bahnhof Heinersdorf verfällt augenscheinlich immer mehr. | Foto: Bernd Wähner
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Der Rundlokschuppen auf dem einstigen Bahnbetriebswerk am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf steht zwar unter Denkmalschutz, sieht aber inzwischen wie eine Ruine aus.

Viele Scheiben sind zerborsten, das Dach ist löchrig, Türen verrostet und an vielen Stellen finden sich Farbschmierereien. Auch wenn der marode Zustand dieses technischen Denkmals für jeden sichtbar ist, verfällt es immer mehr – und scheinbar tut niemand etwas dagegen.

Erworben wurde das Grundstück, auf dem sich der Rundlokschuppen befindet, im Jahre 2009 von Kurt Krieger. Dieser möchte bekanntlich das gesamte ehemalige Bahngelände zwischen den S-Bahnhöfen Pankow und Pankow-Heinersdorf zum neuen Stadtquartier entwickeln. Auch für den Rundlokschuppen gab es bereits Ideen. Anfangs war zum Beispiel von einem Theater oder einem multifunktionalen Kulturhaus die Rede.Doch inzwischen ist klar: Die Sanierung des Rundlokschuppens und die nötige Altlastenentsorgung sind sehr kostspielig. Deshalb schwebt dem Investor zwischenzeitlich vor, ihn abreißen zu lassen und stattdessen einen entsprechenden Neubau zu errichten. Doch da machen das Bezirksamt und dessen Denkmalschutzbehörde nicht mit. „Das Gerüst des Rundlokschuppens hält noch. Man kann ihn sanieren“, sagt Stadtentwicklungsstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen).

Deshalb drängte der Bezirk den Investor, Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen, damit dieses technische Denkmal nicht weiter verfällt. Die entsprechende Anordnung erließ das Bezirksamt vor fünf Jahren. Weil nichts passierte, ließ das Landesdenkmalamt vorsorglich vor zwei Jahren den Umfang und die nötigen Kosten für sogenannte Grundsicherungsmaßnahmen ermitteln. Man sei auf etwa 2,6 Millionen Euro gekommen, berichtet Kuhn.

Im vergangenen Jahr entschloss sich das Bezirksamt, über den Weg der Ersatzvornahme die Gebäudesicherung zu übernehmen. Das heißt, dass das Bezirksamt die Arbeiten ausführen lässt und die nötigen Mittel vorschießt. Danach holt es sich die Kosten auf juristischem Wege vom Eigentümer zurück. Dagegen legte der Investor Widerspruch ein. Die Sache landete vor Gericht.

In diesem Rechtsstreit sei der Bezirk erst einmal gescheitert, so Kuhn. „Wir müssen nun Punkt für Punkt und stichhaltig auflisten, was genau an Sicherungsarbeiten anliegt. Und erst dann können die Grundsicherungsmaßnahmen erfolgen“, erklärt der Stadtrat. Es geht also in die zweite Runde vor Gericht. Auch wenn rings um den Lokschuppen die nicht geschützten Bauwerke bereits abgerissen sind, soll der Rundlokschuppen auf jeden Fall erhalten werden. Und Kuhn betont: „Ich gehe davon aus, dass hier schon bald Sicherungsmaßnahmen stattfinden“. Für eine Nutzung gibt es auch schon Ideen und Interessenten. Ins Gespräch gebracht wurden bereits ein Fahrradkaufhaus, ein stationärer Zirkus und auch ein Busbahnhof.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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