Gewinn für die Artenvielfalt
Heinersdorfer Kleingärtnerverein mit dem Naturschutzpreis 2019 ausgezeichnet

Oliver Jauernig, Alexandra Immerz und Eric Thiel vom Verein der Kleingärtner Heinersdorf freuen sich über den Naturschutzpreis. | Foto: Stiftung Naturschutz Berlin / Susanne Jeran
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  • Oliver Jauernig, Alexandra Immerz und Eric Thiel vom Verein der Kleingärtner Heinersdorf freuen sich über den Naturschutzpreis.
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Der Verein Kleingärtner Berlin-Heinersdorf hat den diesjährigen Berliner Naturschutzpreis gewonnen. Dieser wird jedes Jahr von der Stiftung Naturschutz Berlin an herausragende Projekte verliehen.

Die Heinersdorfer Kleingärtner engagierten sich auf vielfältige Weise für den Naturschutz, urteilt die Preis-Jury. Die Anlage des Vereins umfasst 522 Parzellen auf 158 000 Quadratmetern. Die Jury lobt vor allem, dass der Verein „ein Gewinn für Artenvielfalt, für das Klima und für die Stadtgesellschaft“ ist und die Pächter zeigen, „welche Bedeutung Kleingärten für den Erhalt der ökologischen Vielfalt in der Stadt haben“. In ihren Gärten und auf den Gemeinschaftsflächen setzen die Heinersdorfer zahlreiche ökologische Vorhaben um, schaffen Lebensräume für seltene Tier-und Pflanzenarten und geben ihr Wissen und ihre Begeisterung an andere weiter.

Die Laudatio auf die Preisträger hielt Ilka Brecht. Sie ist die Redaktionsleiterin und Moderatorin des ZDF-Magazins „Frontal 21“ und selbst Kleingärtnerin in Berlin. Ilka Brecht: „Herzstück des ökologischen Engagements ist der große Rohrpfuhl, der sich inmitten der Anlage befindet. Gemeinsam renaturierten die Kleingärtner diesen Teich, der die stark gefährdete Knoblauchkröte beheimatet. Aber auch Ringelnatter, Teichmolch, Erdkröte und vielen anderen Tieren und Pflanzen bietet er Lebensraum.“

Dieser Teich war im Laufe von Jahrzehnten verwildert. Die Vereinsmitglieder krempelten daher die Ärmel hoch. „Viele invasive Pflanzenarten hatten sich ausgebreitet und mussten entfernt werden. Aber auch die Brombeeren nahmen enormen Raum ein. Allein elf Kubikmeter Brombeersträucher wurden herausgenommen“, so Ilka Brecht. Die Weiden wurden verjüngt, Totholzhecken angelegt, eine Vogelschutzhecke gepflanzt, Erosionsschutzmaßnahmen durchgeführt und vieles mehr. Allein die Rettung dieses Kleinods der Artenvielfalt wäre schon den Naturschutzpreis 2019 wert gewesen, meint Ilka Brecht.

Aber damit gaben und geben sich die Heinersdorfer Kleingärtner nicht zufrieden. Sie siedeln in Kooperation mit dem Projekt „Urbanität und Vielfalt“ seltene und gefährdete Wildpflanzen wie die Kartäusernelke, das Steppen-Lieschgras und den Liegenden Ehrenpreis an. Hinzu kommt: Die Kleingärtner dokumentieren mit der Wildtierkamera den Artenreichtum in ihrer Anlage. Und auch praktische Artenschutzmaßnahmen gehören zum Engagement der Kleingärtner. Es werden gemeinsam Quartiere für Fledermäuse, Waldkäuze, Singvögel und Wildbienen geschaffen.

Weitere Informationen zum Verein im Internet auf www.kga-heinersdorf.de.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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