Honig ernten und Wissen vermitteln
An der Lahnsteiner Straße hat ein Bienenlehrgarten eröffnet

Am Schaukasten kann Felix Derengowski erklären, wie das Leben und die Arbeitsteilung in einem Bienenvolk funktionieren. | Foto:  Bernd Wähner
4Bilder
  • Am Schaukasten kann Felix Derengowski erklären, wie das Leben und die Arbeitsteilung in einem Bienenvolk funktionieren.
  • Foto: Bernd Wähner
  • hochgeladen von Bernd Wähner

An der Lahnsteiner Straße 4 entstand in den zurückliegenden Monaten ein Bienenlehrgarten.

Betreut wird er von Felix Derengowski und Henrik Schwarz von der Initiative Naturschutz in Karlshorst (INiK). Die Imkerei ist für Felix Derengowski ein liebgewordenes Hobby, das er inzwischen unter dem Label BeeInBerlin betreibt. Der 33-Jährige arbeitet im Hauptberuf bei der Deutschen Bahn. „Die Imkerei interessiert mich schon seit sieben oder acht Jahren“, erzählt er. „Weil ich aber an der HTW studierte, hatte ich wenig Zeit.“ Als er dann seinen Master in der Tasche hatte, belegte er einen Kurs im Imkerverein Wuhletal.

An einem Schaukasten am Bienenlehrgarten informiert Felix Derengowski über Aktuelles rund um die Bienen. Darunter steht die Kiste, in der rund um die Uhr leere Gläser zurückgegeben werden können. | Foto: Bernd Wähner
  • An einem Schaukasten am Bienenlehrgarten informiert Felix Derengowski über Aktuelles rund um die Bienen. Darunter steht die Kiste, in der rund um die Uhr leere Gläser zurückgegeben werden können.
  • Foto: Bernd Wähner
  • hochgeladen von Bernd Wähner

Vor drei Jahren begann Felix Derengowski mit drei Honigbienen-Völkern. Als Standort stellte ihm die Deutsche Bahn eine Fläche auf Bahngelände unweit vom Naturschutzgebiet Biesenhorster Sand zur Verfügung. Dort begann er, regionalen Honig zu produzieren. Das läuft inzwischen so gut, dass er seinen Bestand auf acht Völker erweitert hat und seinen Honig vermarktet.

Vor einiger Zeit kam er mit Henrik Schwarz vom Naturschutzbund in Kontakt, der in diesem Jahr auch die Initiative Naturschutz in Karlshorst gründete. Der bietet Schulklassenführungen zu den Wildbienen im Biesenhorster Sand an. Beide hatten die Idee, einen Bienenlehrgarten einzurichten. Die Brache neben der Kirche Zur frohen Botschaft schien geeignet. Mit Pfarrer Edgar Dustal kamen sie überein, dass sie die Fläche, auf der auch eine alte Garage steht, nutzen können. Dort stellte Imker Derengowski nicht nur Bienenkästen und einen Bienenschaukasten auf. Gemeinsam mit Henrik Schwarz gestaltete er auch den Lehrgarten weiter aus. Unter anderem stehen Holzklötze auf der Fläche, die zu einem Sitzkreis arrangiert werden können. Eine Blühwiese wurde angelegt. Und eine Wand der früheren Garage wurde mit von einem befreundeten Graffitikünstler mit einem Bienenmotiv gestaltet.

Aus diesem Automaten, der von Henrik Schwarz beschafft wurde, können „Saatgutbomben“ im Bienenlehrgarten gezogen werden. Felix Derengowski zeigt, wie das geht. | Foto: Bernd Wähner
  • Aus diesem Automaten, der von Henrik Schwarz beschafft wurde, können „Saatgutbomben“ im Bienenlehrgarten gezogen werden. Felix Derengowski zeigt, wie das geht.
  • Foto: Bernd Wähner
  • hochgeladen von Bernd Wähner

Am 20. Mai eröffneten die beiden Bienenfreunde den Lehrgarten. Inzwischen wird dieser vielfältig genutzt. Felix Derengowski hält einen Imkerkurs mit 15 Teilnehmern ab. Gemeinsam mit Henrik Schwarz bietet er für Schulklassen Unterricht zum Thema Bienen an. Auf Anfrage kann der Garten für Workshops genutzt werden und für Tage der offenen Tür. Natürlich wird auch der Honig geerntet. Im Frühling und Sommer sind es sechs bis sieben unterschiedliche Sorten Honig, je nachdem, was gerade blüht.

Ein Problem treibt den Karlshorster Imker derzeit um: Das ist die Befürchtung, dass sich unter den Völkern die Amerikanische Faulbrut breitmacht. In Berlin gibt es eine hohe Imkerdichte, sodass die Gefahr, dass sich ein Volk bei einem infizierten ansteckt, groß ist. Um eine Ausbreitung der Bienenseuche zu verhindern, kann jeder etwas tun: Keine unausgewaschenen Honiggläser entsorgen!

Etwa 80 Prozent des Honigs, der im deutschen Handel verkauft wird, kommt aus anderen Ländern. In Deutschland gibt es zwar strenge Auflagen, die gelten aber nicht für importierten Honig. Deshalb können dort auch Faulbruterreger enthalten sein, die dem Menschen nichts ausmachen, für Bienen aber tödlich sein können. Honiggläser sollten aus diesem Grund entweder gründlich ausgewaschen oder nur mit Deckel entsorgt werden. Alternativ freuen sich auch alle Imker über zurückgegebene Gläser. Deshalb hat Felix Derengowski am Bienenlehrgarten einen Rückgabekorb angebracht. „Der wird inzwischen auch rege genutzt“, freut er sich.

Mehr zum Bienenlehrgarten und zu Kontaktmöglichkeiten auf https://beeinberlin.de/bienenlehrgarten/.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

90 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

Gesundheit und MedizinAnzeige
Hüft- und Kniebeschwerden können durch Unfälle, Verschleißerscheinungen oder Fehlstellungen verursacht werden und beeinträchtigen Ihre Beweglichkeit sowie Ihre Lebensqualität erheblich. | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Für mehr Lebensqualität!
Linderung für Hüft- und Knieschmerzen

Hüft- und Kniebeschwerden können durch Unfälle, Verschleißerscheinungen oder Fehlstellungen verursacht werden und beeinträchtigen Ihre Beweglichkeit sowie Ihre Lebensqualität erheblich. Bei unserem Infoabend wird Tariq Qodceiah, Chefarzt für Orthopädie & Unfallchirurgie sowie Leiter des Caritas Hüftzentrums in Reinickendorf, Ihnen die verschiedenen Ursachen und Behandlungsstrategien für Knie- und Hüftschmerzen erläutern. Er stellt sowohl konservative als auch operative Methoden vor und zeigt,...

  • Reinickendorf
  • 25.02.25
  • 235× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Schonende Verfahren für Ihre Rückengesundheit werden am 19. März vorgestellt. | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Informationen für Patienten
Minimal-Invasive Wirbelsäulenchirurgie

Leiden Sie unter anhaltenden Rückenschmerzen oder Wirbelsäulenbeschwerden? Moderne minimal-invasive Operationsverfahren ermöglichen eine schonendere Behandlung mit schnelleren Genesungszeiten. Erfahren Sie mehr über innovative Therapiemöglichkeiten bei unserem Infoabend mit Dr. (Univ. Kermanshah) Kamran Yawari, Teamchefarzt des Caritas Wirbelsäulenzentrums. In seinem Vortrag erläutert er die Vorteile minimal-invasiver Wirbelsäulenchirurgie und zeigt auf, wann und für wen diese Methoden sinnvoll...

  • Reinickendorf
  • 18.02.25
  • 521× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Erfahren Sie, welche proktologischen Erkrankungen häufig auftreten, welche Untersuchungsmethoden es gibt und wie moderne Behandlungsmöglichkeiten helfen können.  | Foto: pixel-shot.com, Leonid Yastremskiy

Proktologie: Ende gut, alles gut!

Unser Darm ist mit seinen 5 bis 7 Metern Länge ein wahres Wunderwerk unseres Körpers. Doch wenn es am Ende des Darms zu Erkrankungen kommt, kann das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen – auch wenn man es nicht sieht. Aus Scham werden diese Probleme oft verschwiegen, dabei gibt es in den meisten Fällen gute Behandlungsmöglichkeiten. Wir laden Sie herzlich zu unserem Informationsabend ein! Erfahren Sie, welche proktologischen Erkrankungen häufig auftreten, welche Untersuchungsmethoden es...

  • Reinickendorf
  • 19.02.25
  • 488× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Gallensteine sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Gesundheitsproblem.  | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Patienten fragen
Steine in der Gallenblase – was nun?

Gallensteine sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Gesundheitsproblem. Etwa jede fünfte Person in Europa ist betroffen, und fast die Hälfte entwickelt im Laufe des Lebens Beschwerden. Diese äußern sich meist in Form von wiederkehrenden Schmerzen, insbesondere im rechten Oberbauch. In einigen Fällen können Gallensteine zu ernsthaften Komplikationen wie einer Entzündung der Gallenblase führen. Die bevorzugte Therapie bei Beschwerden ist die operative Entfernung der Gallenblase – in der Regel...

  • Reinickendorf
  • 12.02.25
  • 872× gelesen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.