Niederschöneweide. Heute wohnt Andy Habermann (29) in einer schönen Wohnung mit Blick auf die Spree und die Backsteinbauten der AEG. Aufgewachsen ist er in einer weniger schönen Ecke von Marzahn.
Seine Kollegen kennen ihn als zuverlässigen Mitarbeiter eines Unternehmens für Reinigungsmatten. In der Berliner Musikszene ist er eher als Begründer der Band "Rotlicht" bekannt. Habermann singt auf Deutsch und thematisiert die Geburt seiner Kinder, den Tod der Oma und einen Mord am S-Bahnhof Marzahn. "Die erste Gitarre habe ich vor 20 Jahren dem Freund meiner Mutter abgeschwatzt", erzählt er. Nach einem halben Jahr an der Musikschule hat er die Ausbildung dort abgebrochen und lieber selbst die Akkorde geübt. Bis heute tritt er in Klubs und Kneipen auf und begleitet auch schon mal eine Lesung von Schauspieler Jürgen Zartmann.
Berufsmusiker will er vorerst nicht werden. "Mein Kraftfahrerjob gibt mir die Möglichkeit, mit festem Einkommen und Krankenversicherung meiner Familie die nötige Sicherheit zu bieten", sagt er. Allerdings ist er stolz darauf, dass ein junger Mann aus der Arbeiterklasse - Originalton Habermann - in der Kunstszene mitmischen kann und trotzdem Arbeiter bleibt.
Trotz Job und Auftritten als Sänger und Liedermacher bleibt ihm noch Zeit für den geliebten Fußball. Als Trainer der G-Jugend beim SSV Berlin-Chemie sorgt auch Andy Habermann dafür, dass Union und Co. später einmal passenden Nachwuchs bekommen.
Seine weniger rosige Jugend hat er vor einiger Zeit zu Papier gebracht. Im Buch "Der Teufel steht vor meinem Bett" erzählt er, wie er im Plattenbau aufwächst, die Familie kurz vor dem Mauerfall in den Westen geht und danach wieder in den Osten der Stadt zurückkehrt. Oft träumt der junge Andy von seinem Glück. Jetzt scheint es der singende und dichtende Kraftfahrer in Niederschöneweide irgendwie gefunden zu haben.
"Der Teufel steht vor meinem Bett" (ISBN 978-3848214235) kostet 11,99 Euro und kann über den Buchhandel oder im Internet bestellt werden.
Ralf Drescher / RD
Dieser Inhalt gefällt Ihnen?
Melden Sie sich an, um diesen Inhalt mit «Gefällt mir» zu markieren.
Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.
Hüft- und Kniebeschwerden können durch Unfälle, Verschleißerscheinungen oder Fehlstellungen verursacht werden und beeinträchtigen Ihre Beweglichkeit sowie Ihre Lebensqualität erheblich. Bei unserem Infoabend wird Tariq Qodceiah, Chefarzt für Orthopädie & Unfallchirurgie sowie Leiter des Caritas Hüftzentrums in Reinickendorf, Ihnen die verschiedenen Ursachen und Behandlungsstrategien für Knie- und Hüftschmerzen erläutern. Er stellt sowohl konservative als auch operative Methoden vor und zeigt,...
Leiden Sie unter anhaltenden Rückenschmerzen oder Wirbelsäulenbeschwerden? Moderne minimal-invasive Operationsverfahren ermöglichen eine schonendere Behandlung mit schnelleren Genesungszeiten. Erfahren Sie mehr über innovative Therapiemöglichkeiten bei unserem Infoabend mit Dr. (Univ. Kermanshah) Kamran Yawari, Teamchefarzt des Caritas Wirbelsäulenzentrums. In seinem Vortrag erläutert er die Vorteile minimal-invasiver Wirbelsäulenchirurgie und zeigt auf, wann und für wen diese Methoden sinnvoll...
Unser Darm ist mit seinen 5 bis 7 Metern Länge ein wahres Wunderwerk unseres Körpers. Doch wenn es am Ende des Darms zu Erkrankungen kommt, kann das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen – auch wenn man es nicht sieht. Aus Scham werden diese Probleme oft verschwiegen, dabei gibt es in den meisten Fällen gute Behandlungsmöglichkeiten. Wir laden Sie herzlich zu unserem Informationsabend ein! Erfahren Sie, welche proktologischen Erkrankungen häufig auftreten, welche Untersuchungsmethoden es...
Gallensteine sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Gesundheitsproblem. Etwa jede fünfte Person in Europa ist betroffen, und fast die Hälfte entwickelt im Laufe des Lebens Beschwerden. Diese äußern sich meist in Form von wiederkehrenden Schmerzen, insbesondere im rechten Oberbauch. In einigen Fällen können Gallensteine zu ernsthaften Komplikationen wie einer Entzündung der Gallenblase führen. Die bevorzugte Therapie bei Beschwerden ist die operative Entfernung der Gallenblase – in der Regel...
Kommentare
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.