Viele Unterstützer wollen auch 2015 ein Mittelalterspektakel
Niederschönhausen. Die Zukunft des traditionellen Wikinger- und Mittelalterspektakels auf dem Schützenvereinsgelände an der Hermann-Hesse-Straße 82 bleibt weiter ungewiss.
Das wurde auf der vergangenen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung deutlich. Organisator Michael Rietschel erhält für künftige Feste derzeit keine Genehmigung vom Bezirksamt. In der Einwohnerfragestunde der BVV wollte er vom Bezirksamt eine Begründung für die Ablehnung haben. Normalerweise wird das Schützenvereinsgelände für Sportzwecke genutzt. Hier treffen sich vier Schützenvereine zum Training, beispielsweise die Robins Kids. Bei denen trainieren rund fünfzig Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit dem mittelalterlichen Langbogen.
Auch Michael Rietschel ist Mitglied in diesem Verein und initiierte vor acht Jahren erstmals das Wikinger- und Mittelalterspektakel. Damals zählte er 2700 Besucher, inzwischen sind es rund 6000, die sich von diesem historischen Spektakel faszinieren lassen. Die Genehmigung vom Bezirksamt gab es bisher ohne Schwierigkeiten. Für das Fest im April 2015 wartet Rietschel noch darauf.
Die für Sport zuständige Stadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) stellte auf der BVV-Sitzung klar, dass das Gelände nur als Sportstätte genutzt werden dürfe. Die Begründung dieser veränderten Argumentation ist ein kommerzieller Veranstalter, dem die Nutzung des Geländes untersagt wurde. Er wollte das Fest "Heide(n) Spass" veranstalten und verwies auf das ebenfalls privat organisierte Mittelalterspektakel, das eine Genehmigung erhalten habe und auch keine Sportveranstaltung sei. Deshalb müsste auch sein Fest genehmigt werden. Weil das Bezirksamt Konflikte dieser Art zukünftig vermeiden möchte, legte die Stadträtin fest: Ab 2015 dürfen nur noch Sportveranstaltungen auf diesem Gelände stattfinden.
Michael Rietschel und seine Unterstützer sammelten inzwischen 1700 Unterschriften dafür, dass das Fest fortgeführt werden kann. Stadträtin Zürn-Kasztantowicz drängte darauf, den Sportcharakter der Veranstaltung noch stärker zu betonen. Dann wäre eine Genehmigung vielleicht noch möglich.
Bernd Wähner / BW
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