Verfallener Kuhstall wurde Zukunftsort
Ausbildungsrestaurant an der Pfarrstraße eröffnete vor 25 Jahren

Xena Fazlija, Jason Wache und Son Thu Nguyen absolvieren eine Ausbildung im Restaurant „Am Kuhgraben“. Das konnte jetzt sein 25-jähriges Bestehen feiern. | Foto: Bernd Wähner
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Eher zufällig entstanden, kann das Team des Ausbildungsrestaurants „Am Kuhgraben“ an der Pfarrstraße 111 auf nunmehr 25 Jahre erfolgreicher Arbeit zurückschauen.

In der Einrichtung der SozDia Stiftung Berlin werden derzeit zwölf junge Leute zur Fachkraft im Gastgewerbe, zu Restaurantfachleuten sowie zum Koch beziehungsweise zur Köchin ausgebildet. Etwa 400 Jugendliche durchliefen hier im zurückliegenden Vierteljahrhundert ihre Ausbildung. Die meisten von ihnen gingen nach der Ausbildung ihren Weg, arbeiten weiterhin in der Gastronomie, leiten selbst Restaurants oder sind im Catering-Geschäft tätig, berichtet die Leiterin des Restaurants, Liane Pietzsch.

Am Kuhgraben können Gäste auch idyllisch im Hof sitzen. | Foto:  Bernd Wähner
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Vor 25 Jahren sah es in der Pfarrstraße noch ganz anders aus. Statt schicker Gründerzeitfassaden bröckelte von den Häusern der Putz. Viele der Gebäude waren besetzt. Und alle hier Lebenden hatten irgendwie Probleme. In einem Projekt mit jungen Leuten setzte die SozDia seinerzeit das Haus Pfarrstraße 111 instand. Im Hof befand sich eine Remise, in der ursprünglich Kühe und Pferde gehalten wurden. Sie war aber eher eine Ruine, ohne Fenster und mit marodem Mauerwerk. Pläne dafür gab es noch nicht.

Als Ralf Hirsch von der damaligen Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung seinerzeit das Jugendwohnhaus-Projekt besichtigte und den Vorstandsvorsitzenden Michael Heinisch-Kirch fragte, was er als nächstes plane, wies dieser ganz spontan auf die Remisen und sagte: „Da drüben werden wir ein Ausbildungsrestaurant bauen.“ Das fiel ihm gerade in diesem Moment zufällig ein. Und 1997 konnte das Ausbildungsrestaurants „Am Kuhgraben“ tatsächlich eröffnen. Die Idee von Anfang an: Junge Leute mit Problemen sollten hier die Chance erhalten, ihren Weg ins Berufsleben zu finden. Das funktioniert bis heute in den meisten Fällen.

Der Vorstandsvorsitzende der SozDia Stiftung, Michael Heinisch-Kirch (Mitte) erinnerte im Beisein von Lisa Schmidt, der Fachbereichsleiterin Bildung bei der SozDia, und dem Leiter der Lichtenberger Wirtschaftsförderung, Burhan Cetinkaya, an die Entwicklung des Ausbildungsrestaurants. | Foto: Bernd Wähner
  • Der Vorstandsvorsitzende der SozDia Stiftung, Michael Heinisch-Kirch (Mitte) erinnerte im Beisein von Lisa Schmidt, der Fachbereichsleiterin Bildung bei der SozDia, und dem Leiter der Lichtenberger Wirtschaftsförderung, Burhan Cetinkaya, an die Entwicklung des Ausbildungsrestaurants.
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Mit einer Fotoausstellung, einem Flying Buffet und geladenen Gästen feierte das Ausbildungsrestaurant sein 25-jähriges Jubiläum. Zu den Gästen gehörte auch Burhan Cetinkaya, Leiter der Wirtschaftsförderung Lichtenberg. Er übermittelte herzliche Glückwünsche von Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) und zeigte sich begeistert vom Ausbildungsrestaurant: „Die SozDia Stiftung setzt wichtige Akzente. Seit 25 Jahren bietet sie den Jugendlichen hier Möglichkeiten und Perspektiven und ist dabei experimentierfreudig, freundlich und traditionsbewusst. Mit dem Ausbildungsrestaurant ‚Am Kuhgraben‘ hat sie einen Ort geschaffen, an dem Familie, Freunde und Nachbarn zusammenkommen.“

Zu denen, die momentan ausgebildet werden, gehört die 18-jährige Xena Fazlija. Neben ihrer Ausbildung zur Restaurantfachfrau hat sie gerade ihren Mittleren Schulabschluss (MSA) mit Bestnote abgeschlossen. Sie sagt: „Die Motivation im Team und die Begegnung mit den Gästen schätze ich sehr. Die Arbeit macht mir großen Spaß.“ Praxisnah lernen und wachsen die Jugendlichen an diesem Ort, um am Ende vor der Industrie- und Handelskammer eine Facharbeiterprüfung abzulegen. Derzeit stehen 15 Ausbildungsplätze zur Verfügung, sodass aktuell noch junge Leute aufgenommen werden könnten.

Mehr ist auf www.sozdia.de/Wir-ueber-uns.242.0.html zu erfahren.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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