Das Jahr 2024 in Spandau in zwölf Stichpunkten
Von Einweihungen, Ankündigungen und so mancher Verzögerung

Grundsteinlegung für Siemensstadt Square. Von links: Siemens-Vorstandsvorsitzender Roland Busch, Olaf Scholz und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU). | Foto:  Thomas Frey
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Am Ende des Jahres ist es Zeit, Rückschau zu halten auf die vergangenen zwölf Monate. Das Spandauer Volksblatt hat in zwölf Stichworten das Wichtigste des Jahres 2024 zusammengefasst.

Problem des Jahres. Die Situation im Münsinger Park ist nicht erst seit diesem Jahr schwierig. Und es hat auch bereits vor der Massenschlägerei am 2. November und einer tödlichen Messerattacke in seinem Umfeld Aktivitäten gegeben, gegen die Probleme wie Drogenhandel und Drogenkonsum, Kriminalität und Obdachlosenszene anzugehen. Schnelle Lösungen kann aber wohl niemand bieten.

Kampf des Jahres. Die Galeria Karstadt Kaufhof in der Carl-Schurz-Straße sollte geschlossen werden. Nachdem das bekannt wurde, setzte eine konzertierte Rettungsaktion ein, die von Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) über Spandaus Bürgermeister Frank Bewig (CDU) bis zu den meisten BVV-Fraktionen, Interessengruppen und Vereinigungen reichte. Am Ende wird die Schließung des Kaufhauses abgewendet. Es muss und wird aber Veränderungen geben.

Viele Beteiligte bei der Rettung des Galeria-Kaufhauses. | Foto: Thomas Frey
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Grundsteinlegung des Jahres. Selbst Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kam am 25. Juni zum Startschuss für das Megaprojekt Siemensstadt Square nach Spandau. Auf einem Areal von 76 Hektar alter Industriefläche entsteht ein neues Quartier mit rund 2700 Wohnungen, Industrie-, Gewerbe- und Büroflächen, Standorte für Forschung und Entwicklung, Schulen, Kitas, Grünflächen. Die Gesamtinvestition wird mit 4,5 Milliarden Euro angegeben, 750 Millionen davon will Siemens direkt investieren. Der erste Bauabschnitt soll 2027 fertig sein, das gesamte Projekt in ungefähr zehn Jahren.

Grundsteinlegung für Siemensstadt Square. Von links: Siemens-Vorstandsvorsitzender Roland Busch, Olaf Scholz und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU). | Foto:  Thomas Frey
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Für das ebenfalls Großprojekt auf der Insel Gartenfeld wurde am 17. April der Grundstein gelegt. Los ging es dort mit 1000 Wohnungen, die im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag errichtet werden und 2026 stehen sollen.

Grundstein für den Wohnungsbau auf der Insel Gartenfeld. Von links: Bürgermeister Frank Bewig (CDU), Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD), Kai Wegner (CDU) und die beiden Gewobag-Vorstände Malte Bädelt und Markus Terboven.   | Foto: Thomas Frey
  • Grundstein für den Wohnungsbau auf der Insel Gartenfeld. Von links: Bürgermeister Frank Bewig (CDU), Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD), Kai Wegner (CDU) und die beiden Gewobag-Vorstände Malte Bädelt und Markus Terboven.
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Einweihungen des Jahres. Trotz mancher Verzögerung, wurde auch einiges beendet. Mehrere Schulen wurden saniert oder ausgebaut wie etwa die Schule am Gartenfeld, die Astrid-Lindgren-Grundschule oder die Schule an der Haveldüne. Der Neubau des Jugendzentrums an der Triftstraße wurde am 15. Februar eröffnet und am 29. April das neue Stadtteilzentrum in Kladow.

Das Jugendzentrum "Treffpunkt Neue 18" an der Trift- und Neuendorfer Straße wurde im Februar eingeweiht. | Foto: Thomas Frey
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Ganz schnell ging es von der Ankündigung des Senats bis zur Einweihung des dritten Spandauer Bürgeramtes im New Staaken Center an der Obstallee am 4. September. Gerade einmal knapp ein Jahr war da vergangen.

Kai Wegner spielt Kundenberater bei der Eröffnung des neuen Bürgeramtes in Staaken. Seine "Kundin" ist die SPD-Abgeordnete Sebahat Atli.  | Foto: Thomas Frey
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Langzeitprojekt des Jahres. Der fertige Umbau der Musikschule in der Moritzstraße konnte am 6. September gefeiert werden – nach sechs Jahren Bauzeit. Geplant waren eigentlich zwei Jahre. Die Gründe sind vielfältig: Verzögerungen im Bauablauf, Corona, Schadstofffunde, Lieferverzögerungen und Materialengpässe. Es kamen aber auch eher untypische Ursachen dazu, wie der archäologische Fund von Resten der alten Moritzkirche auf dem Gelände, sowie Ausfälle und Todesfälle von Projektbeteiligten.

Endlich fertig. Die umgebaute Musikschule an der Moritzstraße. | Foto: Thomas Frey
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Erfolg des Jahres. Spandau wurde zu einer Hochburg des E-Sports. Zu verdanken ist dies Eintracht Spandau. Das erst 2021 gegründete Projekt wurde drei Jahre später Meister auf nationaler sowie auf europäischer Ebene. Und zwar mit der E-Sport-Variante „League of Legends“ (LOL). Ebenfalls aktiv ist das Team in der Fußball-Ballerleague. Für das kommende Jahr möchte Eintracht Spandau seinen Unterhaltungssektor weiter ausbauen, um noch eine größere Reichweite zu erzielen.

Ärgernis des Jahres. Neben manchen unendlichen Baumaßnahmen waren das vor allem Probleme vieler Mieter mit ihren Wohnungen oder dem Wohnumfeld. Es ging um kaputte Heizungen, Schimmelbefall oder Aufzüge, die nicht fahren. Die Probleme gab es sowohl bei privaten Vermietern, sprich Immobilienkonzernen, als auch landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften.

Jubiläen des Jahres. Das Stadtgeschichtliche Museum Spandau feierte seinen 100. Geburtstag. Es ist so alt wie die heutige Carl-Schurz-Grundschule. Ihren Namen trägt sie seit 75 Jahren, 50 Jahre befindet sie sich an ihrem heutigen Standort in Hakenfelde. Ebenfalls seit einem halben Jahrhundert gibt es die Carlo-Schmid-Oberschule sowie die Grundschule am Amalienhof. 75 Jahre bestand 2024 der Spandauer Wirtschaftshof. Eines seiner Mitglieder, der Juwelier Brose konnte auf seine 135-jährige Firmengeschichte zurückblicken. Sein 40-jähriges Bestehen feierte das Kulturhaus Spandau.

Der Spandauer Wirtschaftshof feierte am 6. Juni seinen 75. Geburtstag. Vorne sitzend der langjährige Vorsitzende Klaus-Jürgen Rödiger. Er starb am 7. November 2024. | Foto: Thomas Frey
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Menschen des Jahres. Anja Kosan, Rhythmische Sportgymnastin, die beim SC Siemensstadt groß geworden ist, nahm als Teil des deutschen Teams an den olympischen Spielen in Paris teil. Fußballweltmeister Thomas Häßler wurde Trainer des FC Spandau 06. Gudrun O'Daniel-Elmen, Beauftragte für Gedenkkultur im Evangelischen Kirchenkreis Spandau, bekam für ihr langjähriges Engagement die Paul-Gerhardt-Medaille verliehen. Merlin Thieke wurde mit gerade einmal 20 Jahren Deutschlands jüngster Binnenschifffahrtskapitän. Unterwegs ist er für die Spandauer Reederei Lüdicke. Nach dem ehemaligen Spandauer Bürgermeister Werner Salomon (1926-2014) heißt seit dem 22. Februar der Platz vor dem Rathaus. Sieben verdiente Spandauerinnen und Spandauer wurden mit der Goldenen Ehrennadel des Bezirks ausgezeichnet.

Für Spandau bei Olympia. Die Rhythmische Sportgymnastin Anja Kosan vom SC Siemensstadt. | Foto: SC Siemensstadt
  • Für Spandau bei Olympia. Die Rhythmische Sportgymnastin Anja Kosan vom SC Siemensstadt.
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Ankündigungen des Jahres. Die Umgestaltung des Marktplatzes im Rahmen der Altstadtsanierung sollte 2025 losgehen. Der Baubeginn wird wohl mindestens um ein Jahr, also auf 2026, verschoben werden. Begründet wurde das zum einen mit der noch nicht abgeschlossenen Feinabstimmung, außerdem mit dem geplanten Ausbau des Fernwärmenetzes in der Altstadt. Auf dem alten Postgelände an der Kloster- und Ruhlebener Straße soll es dagegen 2025 losgehen. Auch hier gab es bereits einige Verzögerungen.

Wird 2025 auf dem alten Postgelände gebaut? Auch 2024 gab es dort einige Zwischennutzungen, etwa im Sommer eine Rollschuhbahn. | Foto: Thomas Frey
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Comeback des Jahres. Die Spandau-Fahne weht seit 4. Dezember wieder auf dem Rathausturm. Vier Jahre war sie dort nicht zu sehen. Und ab dem Frühjahr soll auch die Rathausuhr wieder mit der Zeit gehen.

Die Bezirksfahne weht wieder über dem Spandauer Rathaus. | Foto: Bezirksamt Spandau
  • Die Bezirksfahne weht wieder über dem Spandauer Rathaus.
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Unerledigtes des Jahres. Wie sehr und welche Bereiche in Spandau die Haushaltseinsparungen des Senats treffen werden, war schon in diesem Jahr ein Thema und wird es auch in 2025 bleiben. Wie und ob so manches Projekt finanziert werden kann, das wird sich erst im kommenden Jahr zeigen.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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