Stoffbeutel gegen Plastiktüte: Havelländischer Bauernmarkt setzt Umweltaktionen fort

Gabriele Fliegel, Elke Paul und Cornelia Niemeitz wollen einen Markt ohne Plastiktüten. | Foto: Ulrike Kiefert
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Spandau. Spätestens 2025 will der Havelländische Land- und Bauernmarkt frei von Plastiktüten sein. Die Händler sind bereit, die Einwegtüten zu verbannen. Jetzt müssen die Kunden mitziehen.

Dafür, dass der Einkauf bald für alle plastikfrei wird, macht sich der Havelländische Land- und Bauernmarkt schon länger stark. Mit dem Slogan „Obst, Gemüse, Blüten – alles ohne Tüten!“ beschritt der beliebte Öko-Markt im vorigen Jahr den Weg zum Einkauf ohne Einwegtüte. Einmalig in Berlin führte der Markt der Vereinigung Wirtschaftshof Spandau e.V. einen Spender für Second-Hand-Tüten ein. Außerdem startete eine Bonusaktion. Wer zehn Mal ohne Plastikbeutel auf dem Markt einkaufte, wurde mit einem bunten Stoffbeutel belohnt. So konnten seit 2015 rund 20.000 Plastiktüten eingespart werden. Dieses vorbildliche Engagement belohnte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit einer Auszeichnung. Das gab den Initiatoren von der Klimawerkstatt Spandau, vom Wirtschaftshof, dem Life e.V. und allen Markthändlern wie Uwe Heese oder Elke Paul den nötigen Ansporn: Auch 2016 sollen die Kunden wieder mit viel Engagement zum Einkauf ohne Plastiktüte animiert werden. Den Auftakt gab es dazu am 21. April. Dort informierten Gabriele Fliegel vom Wirtschaftshof Spandau und Cornelia Niemeitz von der Klimawerkstatt über geplante Aktivitäten. Außerdem bekam jeder Händler die Auszeichnung der Umwelthilfe persönlich überreicht.

Um das Ziel zu erreichen, spätestens bis 2025 plastiktütenfrei zu sein – diese Richtlinie gilt für ganz Europa – hat sich der Markt einiges vorgenommen. „Banner und farbige Schürzen sollen den Kunden freundlich daran erinnern, auf neue Tüten möglichst zu verzichten“, sagte Gabriele Fliegel. Dabei helfen auch die vom Wirtschaftshof Spandau bereitgestellten Körbe, mit denen der Einkauf ohne Tüte an die Kasse getragen werden kann. Der Pink-Zander wird weiterhin auf dem Markt stehen und kostenlos gebrauchte Plastiktüten für alle jene anbieten, die partout nicht darauf verzichten können. Und ab dem Sommer werden an den Marktständen recycelte Mehrwegbeutel aus Baumwolle herausgegeben. „Die Umwelt dankt es ihnen. Es lohnt sich, gewohntes Verhalten zu ändern, auch wenn es schwer fällt“, sagte Cornelia Niemeitz.

Denn Plastik vermüllt Meere wie Wälder. In seine Herstellung fließen barrelweise Erdöl und reichlich Energie – zu hohe Kosten für ein Wegwerfprodukt. Denn nach dem Einkauf landen die Plastiktüten meist in der Mülltonne. Geschätzte 500 Jahre dauert es, bis sich das Plastik dann wieder abgebaut hat. uk

Gabriele Fliegel, Elke Paul und Cornelia Niemeitz wollen einen Markt ohne Plastiktüten. | Foto: Ulrike Kiefert
Zu viel Plastik schadet der Umwelt. Das weiß auch das  Plastiktütenmonster alias Jens Bergner. | Foto: Ulrike Kiefert
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Ulrike Kiefert aus Mitte

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