Containerdorf dient als Reserve
Abbau der Tempohomes auf dem Tempelhofer Feld bis Ende 2022 geplant

Das Containerdorf auf dem Tempelhofer Feld. | Foto: Susanne Schilp
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Seit Ende 2019 leben keine geflüchteten Menschen mehr auf dem Tempelhofer Feld. Doch die Container, die sogenannten Tempohomes, stehen immer noch an Ort und Stelle. Nach dem Stand der Dinge hat sich kürzlich der Abgeordnete Sebastian Czaja (FDP) erkundigt.

Nachdem das Containerdorf nicht einmal 20 Monate genutzt worden war, mussten die Flüchtlinge ausziehen, obwohl das Zusammenleben dort recht gut geklappt hatte. Im Frühjahr 2020 sollte es abgebaut werden. Doch dann habe der Senat seine Meinung geändert, teilt Daniel Tietze, Staatssekretär für Integration, mit. Der Plan sei gewesen, besonders gefährdete Menschen aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Doch das scheiterte an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der Berlin verbot, in dieser Angelegenheit eigenmächtig tätig zu werden.

Die Möglichkeit, dass die Türkei ihre Grenzen öffnen könnte, sei ein weiterer Grund für die Reaktivierung des Containerdorfs gewesen, so Tietze. Außerdem müsse das Land über Reservekapazitäten verfügen, falls Umbelegungen innerhalb Berlins nötig seien oder es Havarien oder ähnliches in anderen Unterkünften gebe. Zuvor habe es diese Reserveplätze an der Buchholzer Straße in Pankow gegeben, doch dort wurde mit Beginn der Corona-Krise eine Quarantäne-Einrichtung für Geflüchtete aufgebaut. Schließlich komme noch hinzu, dass die Heime wegen der Pandemie häufiger weniger dicht belegt werden, das Tempelhofer Feld werde also weiterhin als Ausweichstandort gebraucht.

In dem Containerdorf zwischen Flughafengebäude und den Cabuwazi-Zelten stehen insgesamt 744 Plätze zur Verfügung. Bezogen werden kann das Tempohome aber erst, wenn die Behörden endgültig grünes Licht in Sachen Trinkwasser gegeben haben. Beim Wiederanschluss der Leitungen wurden nämlich Keimbelastungen festgestellt.

Knapp 180 000 Euro sind laut Staatssekretär Daniel Tietze inzwischen für die Desinfektion der Trinkwasseranlage, Wasseruntersuchungen und einen Sachverständigen für Hygiene aufgewendet worden. Dazukommen gut 410 000 Euro Bau- und Planungskosten für die Wiederinbetriebnahme des Containerdorfs. Grundsätzlich darf die Anlage an diesem Standort bis Ende kommenden Jahres für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden.

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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