Elf Grafik-Serien in elf Räumen
Internationaler Künstler zeigt umfangreiches Werk im Haus am Waldsee
Das Haus am Waldsee ist als Ausstellungsort für internationale Kunst und insbesondere für seinen besonderen Bezug zur Plastik bekannt. Im Skulpturenpark des Hauses befindet sich auch die Skulptur „Versus“ des britischen Bildhauers Tony Cragg. Die große Vielseitigkeit des Künstlers ist jetzt in einer Ausstellung zu sehen.
Die Schau zeigt Arbeiten, die Cragg seit den 1970er-Jahren gefertigt hat. Zu sehen sind elf Serien in elf Räumen. Neben frühen Fotografien, Handzeichnungen und Aquarellen können die Besucher auch Lithografien bewundern, die einen vertiefenden Einblick in das künstlerisch-wissenschaftliche Denken von Cragg ermöglichen.
Erst in den 1990er-Jahren hat sich der Künstler verstärkt der Zeichnung auf Papier zugewandt. Er nutzt den Zeichenstift für Skizzen, die meist naturwissenschaftlich motiviert sind. Seit dem Jahr 2000 entstehen zudem auch eigenständige Zeichnungen, farbige Aquarelle und Lithografien. Nach 2010 hat Cragg auch Köpfe und Gesichter gezeichnet, die durch ihre dichten Linien beeindrucken. Oft arbeitet er auf dem Papier Themen in Serien durch, als wären es Versuchsreihen im Labor. So untersuchte er zum Beispiel in den 1990er-Jahren intensiv die Formabläufe von Gefäßen, die sich verschachteln, frei bewegen und sich schließlich transformieren. Immer wieder findet Cragg in der heutigen technischen und naturwissenschaftlichen Welt neue Herausforderungen und Denkansätze für sein künstlerisches Werk.
Unter den Serien auf Papier finden sich auch Einzelblätter, die mit altmeisterlicher Genauigkeit Insekten, Werkzeuge oder auch Brotlaibe wiedergeben. Die selten ausgestellten Arbeiten auf Papier spiegeln die fortwährende Neugier wieder, die Tony Cragg auch nach vier weltweit erfolgreichen Jahrzehnten zu immer wieder überraschenden Arbeiten von poetischer Kraft und Dynamik führt.
Die Ausstellung bietet einen ausführlichen Überblick über das zeichnerische und druckgrafische Werk von Tony Cragg seit den frühen 1980er-Jahren bis heute. Zu sehen sind über 200 Handzeichnungen, Lithographien und Aquarelle, die das plastische Schaffen des seit nunmehr vier Jahrzehnten weltweit erfolgreichen Künstlers kontinuierlich begleiten. Ausgesuchte Plastiken nehmen im ganzen Haus den Dialog mit den Arbeiten auf Papier auf.
Die Ausstellung im Haus am Waldsee, Argentinische Allee 28, bis zum 9. Januar zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Montags ist das Haus geschlossen. An Feiertagen ist die Ausstellung offen. Der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt fünf Euro. Es gelten im ganzen Haus die 2G-Regeln, Masken- und Abstandspflicht.
Aktuelle Infos im Zusammenhang mit Corona auf www.hausamwaldsee.de.
Autor:Karla Rabe aus Steglitz |
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