Wie Integration gelingen kann

Jürgen Richlitzki von der Berlin Recycling im Gespräch mit einem Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft, der sich für einen Job als Kraftfahrer interessiert. Foto: ASB/J. Thiel | Foto: ASB/J. Thiel
  • Jürgen Richlitzki von der Berlin Recycling im Gespräch mit einem Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft, der sich für einen Job als Kraftfahrer interessiert. Foto: ASB/J. Thiel
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Zehlendorf. Bildung und Beschäftigung sind Grundvoraussetzungen für eine Integration. Für die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft am Hohentwielsteig gibt es jetzt ein Kooperationsmodell, das Ausbildungs- und Arbeitsplätze vermittelt.

Privatunternehmen, die Agentur für Arbeit sowie der Arbeiter-Samariter-Bund, Betreiber der Unterkunft, haben sich in dem Projekt zusammengeschlossen. Ziel ist es, Flüchtlinge passgenau vermitteln zu können. So hat kürzlich Jürgen Richlitzki, Geschäftsführer der Berlin Recycling GmbH (BR), auf einer Info-Veranstaltung in der Unterkunft mit einem jungen Iraker, der in seiner Heimat als LKW-Fahrer tätig war, eine Probearbeitszeit als Lkw-Fahrer vereinbart.

Zuvor hatte Richlitzki mit der Unternehmensberaterin Sandra Jochheim Kontakt aufgenommen. Sie hat in der Unterkunft am Hohentwielsteig ein Integrationscafé eröffnet, in dem sich Bewohner und Nachbarn zum Austausch treffen. Richlitzki las von ihrem Engagement und wollte ebenfalls etwas für die Flüchtlinge tun. So kam es zu Bewerbungsgesprächen, um die Qualifikationen der Geflüchteten zu ermitteln. „Durch die Interviews haben wir sehr präzise Profile für Bewerbungen erstellen können“, sagte die Unternehmensberaterin.

Diese Vorarbeit ist nicht nur für Unternehmen, sondern auch für die Agentur für Arbeit wertvoll. „Die Ermittlung der Kenntnisse und Fähigkeiten der Bewerber im Vorfeld erleichtert unsere Arbeit erheblich“, erklärten Anita Leese-Hehmke und Frank Kretschmar vom Arbeitgeber-Service „Asyl“. Sie beraten Unternehmen bei der Beschäftigung von anerkannten Flüchtlingen und Asylbewerbern. „Es gibt eine große Nachfrage, vor allem im Bau und im Handwerk“, sagte Leese-Hehmke. Gleichzeitig betonte sie, dass ohne Deutschkenntnisse die Chancen auf eine Beschäftigung sehr gering seien. Gerade in kaufmännischen Berufen sei das Sprachniveau A2, das erweiterte elementare Kenntnisse voraussetzt, absolutes Minimum.

Auf der Info-Veranstaltung erklärten die Berater der Arbeitsagentur den Geflüchteten, welche Qualifikationen für die jeweiligen Berufe und Ausbildungen erforderlich sind. In einem nächsten Schritt sollen Bewerber zu Einzelgesprächen in die Agentur für Arbeit Berlin-Süd eingeladen werden. uma

Unternehmen, die Beschäftigungsangebote für die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft anbieten möchten, können sich unter info@asb-berlin.de melden.

Autor:

Ulrike Martin aus Neukölln

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