Hochsitzweg: Anwohner befürchten Raserei vor der Tür

Christian-F. Friehe (l.) und Roland Merkel fürchten, dass mit dem Gehwegparken Tempo 30 nicht mehr eingehalten wird. | Foto: Martin
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Zehlendorf. Eine neue Parkordnung am Hochsitzweg ruft bei Anwohnern Unmut hervor. Sie fühlen sich übergangen und fürchten, dass die Änderung die Unfallgefahr erhöht.

Seit Anfang Juli müssen Autofahrer auf der kompletten Südseite auf dem Gehweg und auf der Nordseite auf der Fahrbahn parken. "Damit ist schnelleres Fahren möglich", sagt Anwohner Roland Merkel. Seit 1998 gilt Tempo 30 im Hochsitzweg. Gleichzeitig wurde damals wechselseitiges Parken angeordnet: mal auf dem Gehweg, mal auf der Fahrbahn. Autofahrer sollten so zum Langsamfahren gezwungen werden. Mit der neuen Parkordnung befürchtet Merkel nun, dass das Tempo-30-Gebot nicht mehr eingehalten wird, weil jetzt eine Fahrbahn komplett frei und damit einsehbar ist.

Christian-F. Friehe, ein Nachbar, teilt seine Einschätzung. Er ärgert sich auch, dass die neue Parkordnung nicht angekündigt wurde. "So kann man mit den Anwohnern nicht umspringen." Zudem gebe es jetzt zehn Parkplätze weniger, da auf dem südlichen Gehweg einige Bäume stehen.

Laut der bezirklichen Straßenverkehrsbehörde ist aber der Gehweg auf der Nordseite zu schmal. Parkende Autos ließen Rollstuhlfahrern nur eine gepflasterte Fläche von weniger als einem Meter Breite. Vorschrift sei 1,10 Meter.

Auf Anfrage der Berliner Woche erklärt Ralf Lehmann-Tag von der Straßenverkehrsbehörde: "Es gab eine Petition von einem Bürger, der darauf aufmerksam machte, dass für Rollstuhlfahrer der Platz auf der Nordseite nicht ausreicht, dem mussten wir nachgehen." Auf der Südseite hingegen betrage die Gehweg-Gesamtbreite 3,20 Meter, die der Pflasterung 1,20 Meter. Trotz Gehweg-Parkens könnten Fußgänger und Rollstuhlfahrer den Weg uneingeschränkt nutzen.

Im Übrigen sehe das Straßenverkehrsrecht bei einer Änderung der Parkordnung anders als bei einer Straßenbaumaßnahme eine Vorabinformation der Anwohner nicht vor.

Auch teilen Lehmann-Tag und Verkehrsstadtrat Michael Karnetzki (SPD) die Befürchtung nicht, dass die neue Parkordnung zu schnellerem Fahren verleitet. "Wir werden aber beobachten, was passiert und gegebenenfalls Änderungen vornehmen." Das Parken auf dem nördlichen Gehweg werde es aber nicht mehr geben. Eher würde das wechselseitige Parken auf der Straße angeordnet.

Ulrike Martin / uma
Autor:

Ulrike Martin aus Neukölln

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