Der Westpark auf dem Gleisdreieck ist eröffnet

Bei der Gestaltung des Westparks konnten auch Kinder und Jugendliche ihre Wünsche äußern. So kamn es auch zu diesem Zahlenfeld. | Foto: Frey
  • Bei der Gestaltung des Westparks konnten auch Kinder und Jugendliche ihre Wünsche äußern. So kamn es auch zu diesem Zahlenfeld.
  • Foto: Frey
  • hochgeladen von Thomas Frey

Kreuzberg. Es kommt selten vor, dass in Berlin Bauvorhaben schneller abgeschlossen werden können, als zunächst vorgesehen. Beim neuen Westpark auf dem Gleisdreieck war das der Fall. Ursprünglich sollte die Eröffnung erst im Herbst stattfinden. Der Termin konnte aber auf den 31. Mai vorgezogen werden.

Dass das gelang, lag vor allem an der "tollen Leistung aller am Bau Beteiligten", wie Christoph Schmidt, Geschäftsführer des Bauherrs, der Grün Berlin GmbH erklärte. Die Bauarbeiter legten sich auch deshalb ins Zeug, weil es bereits in den vergangenen Wochen einen "erhöhten Nutzerdruck" gegeben hat. Viele Menschen verschafften sich da bereits Zugang zum Areal. Jetzt ist das auch ganz offiziell möglich. Und am 1. Juni waren alle zu einem großen Bürgerfest eingeladen.Die Eröffnungsreden zeugten vor allem von dem Stolz darüber, dass es in den vergangenen Jahren gelungen ist, die einstigen Bahnanlagen des Gleisdreiecks in eine große innerstädtischen Grünfläche zu verwandeln. Beginnend mit dem Ostpark zwischen Technikmuseum und Yorckbrücken, der bereits im September 2011 eingeweiht wurde und jetzt der Westpark, weitere neun Hektar vom Schöneberger Ufer bis zum Hochbahnviadukt der U2. Das zeige auch, wie ernst die Landesregierung das Thema wohnortnahe Erholungsgebiete nehme, erklärte Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD).

Friedrichshain-Kreuzbergs Bürgermeister Dr. Franz Schulz (B 90/Grüne) und Norbert Rheinländer von der Bürgerinitiative Gleisdreieck erinnerten dagegen an die Jahrzehnte langen Kämpfe bis zu dieser Einsicht. Denn einst sollte über die Brachfläche eine Autobahn führen. Erst nach der Wiedervereinigung wurden diese Pläne endgültig obsolet und das Gleisdreieck als naturschutzrechtliche Ausgleichsfläche für die Bebauung des Potsdamer und des Leipziger Platzes festgelegt.

Um die Gestaltung des Parks folgten weitere jahrelange Auseinandersetzungen und auch einige Kompromisse. Etwa der, dass der Immobiliengesellschaft Vivico gestattet wurde, Grundstücke am Rand des Areals zum vor allem für den Wohnungsbau zu vermarkten. Weshalb es zum Beispiel entlang der Flottwellstraße in den kommenden Monaten zu einer regen Bautätigkeit kommen wird. "Mit unseren heutigen Erfahrungen würden wir das wahrscheinlich so nicht mehr erlauben", sagte Franz Schulz. "Wir haben durch unseren Einsatz für den Park mit dafür gesorgt, dass die Investoren ihre Wohnungen teurer vermarkten können", meinte Norbert Rheinländer. "Das war zwar nicht unser Ziel, ließ sich aber leider nicht vermeiden."

Aktiv waren viele Bürger auch, als es um die konkrete Gestaltung des Riesengrundstücks ging. Auch Kinder und Jugendliche wurden aufgefordert Vorschläge zu machen, wie die Spielplätze aussehen sollen oder welche Sportmöglichkeiten sie sich dort wünschen. Zum Beispiel Tischtennisplatten, Trampolin, eine Boulebahn, oder ein Bewegungsfeld.

Heftige Diskussionen gab es außerdem um den Verbleib der Kleingartenkolonie Potsdamer Güterbahnhof. Ursprünglich sollte auf ihrem Gelände ein Sportplatz gebaut werden. Dagegen regte sich Protest. Das Sportfeld entsteht jetzt auf dem Dach des Hellweg-Baumarkts am Bahnhof Yorckstraße.

Gekostet hat der Westpark rund 8,5 Millionen Euro. Die Summe hat sich während des Baus nicht erhöht. Auch das ist in Berlin nicht alltäglich.

Die Umgestaltung des Gleisdreiecks ist damit allerdings noch nicht völlig abgeschlossen. Als nächste Etappe folgt jetzt der sogenannte Flaschenhals, das Gebiet südlich der Yorckstraße.

Thomas Frey / tf
Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

52 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

Gesundheit und MedizinAnzeige
Hüft- und Kniebeschwerden können durch Unfälle, Verschleißerscheinungen oder Fehlstellungen verursacht werden und beeinträchtigen Ihre Beweglichkeit sowie Ihre Lebensqualität erheblich. | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Für mehr Lebensqualität!
Linderung für Hüft- und Knieschmerzen

Hüft- und Kniebeschwerden können durch Unfälle, Verschleißerscheinungen oder Fehlstellungen verursacht werden und beeinträchtigen Ihre Beweglichkeit sowie Ihre Lebensqualität erheblich. Bei unserem Infoabend wird Tariq Qodceiah, Chefarzt für Orthopädie & Unfallchirurgie sowie Leiter des Caritas Hüftzentrums in Reinickendorf, Ihnen die verschiedenen Ursachen und Behandlungsstrategien für Knie- und Hüftschmerzen erläutern. Er stellt sowohl konservative als auch operative Methoden vor und zeigt,...

  • Reinickendorf
  • 25.02.25
  • 157× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Schonende Verfahren für Ihre Rückengesundheit werden am 19. März vorgestellt. | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Informationen für Patienten
Minimal-Invasive Wirbelsäulenchirurgie

Leiden Sie unter anhaltenden Rückenschmerzen oder Wirbelsäulenbeschwerden? Moderne minimal-invasive Operationsverfahren ermöglichen eine schonendere Behandlung mit schnelleren Genesungszeiten. Erfahren Sie mehr über innovative Therapiemöglichkeiten bei unserem Infoabend mit Dr. (Univ. Kermanshah) Kamran Yawari, Teamchefarzt des Caritas Wirbelsäulenzentrums. In seinem Vortrag erläutert er die Vorteile minimal-invasiver Wirbelsäulenchirurgie und zeigt auf, wann und für wen diese Methoden sinnvoll...

  • Reinickendorf
  • 18.02.25
  • 469× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Erfahren Sie, welche proktologischen Erkrankungen häufig auftreten, welche Untersuchungsmethoden es gibt und wie moderne Behandlungsmöglichkeiten helfen können.  | Foto: pixel-shot.com, Leonid Yastremskiy

Proktologie: Ende gut, alles gut!

Unser Darm ist mit seinen 5 bis 7 Metern Länge ein wahres Wunderwerk unseres Körpers. Doch wenn es am Ende des Darms zu Erkrankungen kommt, kann das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen – auch wenn man es nicht sieht. Aus Scham werden diese Probleme oft verschwiegen, dabei gibt es in den meisten Fällen gute Behandlungsmöglichkeiten. Wir laden Sie herzlich zu unserem Informationsabend ein! Erfahren Sie, welche proktologischen Erkrankungen häufig auftreten, welche Untersuchungsmethoden es...

  • Reinickendorf
  • 19.02.25
  • 433× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Gallensteine sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Gesundheitsproblem.  | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Patienten fragen
Steine in der Gallenblase – was nun?

Gallensteine sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Gesundheitsproblem. Etwa jede fünfte Person in Europa ist betroffen, und fast die Hälfte entwickelt im Laufe des Lebens Beschwerden. Diese äußern sich meist in Form von wiederkehrenden Schmerzen, insbesondere im rechten Oberbauch. In einigen Fällen können Gallensteine zu ernsthaften Komplikationen wie einer Entzündung der Gallenblase führen. Die bevorzugte Therapie bei Beschwerden ist die operative Entfernung der Gallenblase – in der Regel...

  • Reinickendorf
  • 12.02.25
  • 812× gelesen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.