Pläne der Bäder-Betriebe schlagen hohe Wellen

Das Prinzenbad gehört noch immer zu den beliebtesten Berliner Freibädern. Gibt es auf dem Gelände in Zukunft auch ein Hallenbad? | Foto: Frey
  • Das Prinzenbad gehört noch immer zu den beliebtesten Berliner Freibädern. Gibt es auf dem Gelände in Zukunft auch ein Hallenbad?
  • Foto: Frey
  • hochgeladen von Thomas Frey

Friedrichshain-Kreuzberg. Die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) wollen 14 Hallenbäder in Berlin schließen. Dafür sollen andere Standorte ausgeweitet und das Angebot verbessert werden.

Diese Pläne, die der neue BBB-Chef Ole Bested Hensing am 7. August zum ersten Mal öffentlich machte, haben hohe Wellen geschlagen und sind inzwischen auch von Vertretern der Senatsfraktionen von SPD und CDU kritisiert worden. Welche Bäder geschlossen werden sollen, soll erst am 6. September bei einer Sitzung des Aufsichtsrats verkündet werden. Umso heftiger schießen die Spekulationen ins Kraut.Sie betreffen auch das 1987 eröffnete Kreuzberger Bad am Spreewaldplatz. Die Freizeitschwimmanlage mit Wellenbad, Plansch- und Sprudelbecken, Sauna und Gymnastikraum könnte eine der Anlagen sein, die auf der Streichliste stehen. Sie hat zum einen hohen Sanierungsbedarf. Außerdem rückläufige Besucherzahlen. Die Angebote an vielen Standorten seien nicht mehr lukrativ, so begründete Hensing seinen Vorstoß. Deshalb kämen weniger Gäste. Und statt marode Hallen auf Vordermann zu bringen, sei es billiger, neue attraktive Badelandschaften zu bauen.

Ein solches modernes Wasser- und Wellness-Areal könnte deshalb auf dem Gelände des Prinzenbades entstehen. Zwar will das bisher ebenfalls niemand bestätigen, aber einige Anzeichen deuten darauf hin. Das Prinzenbad gehört noch immer zu den publikumsstärksten Berliner Freibädern. Am bisher heißesten Wochenende dieses Jahres am 26. und 27. Juli kamen dort etwas mehr als 6000 Gäste. Fünfstellige Besucherzahlen wie in früheren Zeiten werden allerdings kaum noch erreicht.

Deshalb hatten die Bäder Betriebe bereits in der Vergangenheit einige Ideen, wie Teile der ausgedehnten Freiflächen zweckentfremdet werden könnten. Zunächst sollten dort Wohnungen gebaut werden. 2011 gab es während des Sommers das Modellprojekt mit sogenannten Schlafboxen. Die Container wurden an Touristen, aber auch Berliner vermietet. Beiden Vorhaben zeigte der Bezirk allerdings die rote Karte. Die Baupläne wurden abgelehnt, die Übernachtungsboxen erhielten keine langfristige Genehmigung. Nur Investitionen, die direkt mit dem Badebetrieb zusammenhängen, würden dort akzeptiert, so die Linie der Verantwortlichen in Friedrichshain-Kreuzberg. Diese Auflage wäre erfüllt, wenn die Bäder Betriebe auf dem Gelände zum Beispiel ein Hallen- und Spaßbad errichten würden.

An anderer Stelle ist die Bädergesellschaft bereits beim Bezirk vorstellig geworden. Nämlich in Sachen Baerwaldbad. Das Baerwaldbad gehört seit einigen Jahren nicht mehr zum Bestand der Berliner Bäder Betriebe, sondern wird vom Verein TSB Berlin betrieben. Aber auch dort sind Zeiten für das Schul- und Vereinsschwimmen reserviert. Diese Nutzer wollten die Bäderbetriebe jetzt in das Bad in der Friedrichshainer Holzmarktstraße umleiten, wie Sportstadtrat Dr. Peter Beckers (SPD) der Berliner Woche mitteilte. "Wir haben das aus mehreren Gründen erst einmal abgelehnt." Zum einen sei der Vorstoß erst wenige Tage vor dem Ende der Sommerferien gekommen und schon deshalb kaum noch umzusetzen gewesen. Außerdem leuchtete dem Stadtrat nicht unbedingt ein, warum Schüler, die zu Fuß zum Baerwaldbad gelangen können, künftig nach Friedrichshain gekarrt werden sollen. "Vor allem aber kann ich die Argumentation der BBB nicht nachvollziehen, es gebe noch Platz in ihren Schwimmhallen", sagt Beckers. "Denn ich weiß zum Beispiel von einigen Vereinen, die dort gerne mehr Termine hätten, sie aber nicht bekommen." Diese Diskrepanz müssen die Bäder Betriebe auch vor dem Hintergrund ihrer aktuellen Pläne noch beantworten.

Thomas Frey / tf
Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

52 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

Gesundheit und MedizinAnzeige
Hüft- und Kniebeschwerden können durch Unfälle, Verschleißerscheinungen oder Fehlstellungen verursacht werden und beeinträchtigen Ihre Beweglichkeit sowie Ihre Lebensqualität erheblich. | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Für mehr Lebensqualität!
Linderung für Hüft- und Knieschmerzen

Hüft- und Kniebeschwerden können durch Unfälle, Verschleißerscheinungen oder Fehlstellungen verursacht werden und beeinträchtigen Ihre Beweglichkeit sowie Ihre Lebensqualität erheblich. Bei unserem Infoabend wird Tariq Qodceiah, Chefarzt für Orthopädie & Unfallchirurgie sowie Leiter des Caritas Hüftzentrums in Reinickendorf, Ihnen die verschiedenen Ursachen und Behandlungsstrategien für Knie- und Hüftschmerzen erläutern. Er stellt sowohl konservative als auch operative Methoden vor und zeigt,...

  • Reinickendorf
  • 25.02.25
  • 112× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Schonende Verfahren für Ihre Rückengesundheit werden am 19. März vorgestellt. | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Informationen für Patienten
Minimal-Invasive Wirbelsäulenchirurgie

Leiden Sie unter anhaltenden Rückenschmerzen oder Wirbelsäulenbeschwerden? Moderne minimal-invasive Operationsverfahren ermöglichen eine schonendere Behandlung mit schnelleren Genesungszeiten. Erfahren Sie mehr über innovative Therapiemöglichkeiten bei unserem Infoabend mit Dr. (Univ. Kermanshah) Kamran Yawari, Teamchefarzt des Caritas Wirbelsäulenzentrums. In seinem Vortrag erläutert er die Vorteile minimal-invasiver Wirbelsäulenchirurgie und zeigt auf, wann und für wen diese Methoden sinnvoll...

  • Reinickendorf
  • 18.02.25
  • 428× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Erfahren Sie, welche proktologischen Erkrankungen häufig auftreten, welche Untersuchungsmethoden es gibt und wie moderne Behandlungsmöglichkeiten helfen können.  | Foto: pixel-shot.com, Leonid Yastremskiy

Proktologie: Ende gut, alles gut!

Unser Darm ist mit seinen 5 bis 7 Metern Länge ein wahres Wunderwerk unseres Körpers. Doch wenn es am Ende des Darms zu Erkrankungen kommt, kann das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen – auch wenn man es nicht sieht. Aus Scham werden diese Probleme oft verschwiegen, dabei gibt es in den meisten Fällen gute Behandlungsmöglichkeiten. Wir laden Sie herzlich zu unserem Informationsabend ein! Erfahren Sie, welche proktologischen Erkrankungen häufig auftreten, welche Untersuchungsmethoden es...

  • Reinickendorf
  • 19.02.25
  • 390× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Gallensteine sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Gesundheitsproblem.  | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Patienten fragen
Steine in der Gallenblase – was nun?

Gallensteine sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Gesundheitsproblem. Etwa jede fünfte Person in Europa ist betroffen, und fast die Hälfte entwickelt im Laufe des Lebens Beschwerden. Diese äußern sich meist in Form von wiederkehrenden Schmerzen, insbesondere im rechten Oberbauch. In einigen Fällen können Gallensteine zu ernsthaften Komplikationen wie einer Entzündung der Gallenblase führen. Die bevorzugte Therapie bei Beschwerden ist die operative Entfernung der Gallenblase – in der Regel...

  • Reinickendorf
  • 12.02.25
  • 770× gelesen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.