Neues Viertel mit bunter Mischung
An der Gotlindestraße ist in zwei Jahren der Wohnkomplex Lindenhof entstanden

Neumieter Sascha Hofmann mit Nicole Szigeti vom Vermietungsteam der Howoge. Der junge Neu-Lichtenberger ist mit seiner Wahl sehr zufrieden. | Foto: Berit Müller
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Wer früher die Adresse Gotlindestraße 2–20 ansteuerte, tat dies in der Regel mit sorgenvollen Gedanken. Denn dann ging es ins Kinderkrankenhaus „Lindenhof“. Heute trägt diesen Namen das aktuell größte Neubauensemble der Wohnungsbaugesellschaft Howoge. Direkt am Landschaftspark Herzberge sind in nur zwei Jahren fast 600 Wohnungen entstanden.

„Ich fühl mich superwohl hier“, schwärmt Sascha Hofmann. Der junge Berliner ist Anfang Februar aus einer Friedrichshainer WG in seine erste eigene Wohnung gezogen, sie liegt im fünften Stock eines Neubaus im Lindenhof. Und zwar in jenem Block, der direkt an den Landschaftspark Herzberge grenzt – vis-à-vis zum Betriebshof der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Dort fahren immerzu Straßenbahnen ein und aus, was nicht ohne einen gewissen Geräuschpegel abgeht. Für Sascha Hofmann ist das kein Problem. „Bislang hat mich das nicht gestört, ich finde, hier ist es eher ruhig. Ich könnte mich den ganzen Tag auf meinem Balkon sonnen.“

Falls es doch mal zu laut wird, klappt Sascha Hofmann die sogenannten Prallscheiben zu – und hört dann kaum noch etwas. Über dieses Ausstattungsdetail verfügen alle Wohnungen in seinem Haus, deren Mieter auf das BVG-Areal blicken. Die beweglichen Glasfenster an der Balkonbrüstung müssen zwischen 22 und 6 Uhr geschlossen bleiben. „Der Passus steht in den Mietverträgen“, sagt Matthias Jankun, Projektleiter der Howoge für den Lindenhof. Das sei nötig, um die Mieter vor nächtlichem Lärm zu schützen, bringe aber auch Vorteile mit sich. „Dank der Prallscheiben können die Balkone auch als Wintergarten genutzt werden. Und wer die Scheiben tagsüber öffnet, sitzt dann mitten im Grünen.“

Zum Teil gefördert

Im neuen Lindenhof hat die Howoge in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 586 Wohnungen bauen lassen, davon sind 147 gefördert. Das Ensemble an der Gotlindestraße ist das bislang größte und eines der anspruchsvollsten Neubauvorhaben der kommunalen Gesellschaft. Ursprünglich sollten auf dem Gelände des einstigen Kinderkrankenhauses Einfamilien- und Reihenhäuser entstehen – wie am benachbarten Nibelungenring. Diese Pläne wurden geändert, als sich der enorme Wohnraumbedarf für Berlin abzuzeichnen begann. Die Howoge gab ein Gebot für das Areal ab und erhielt den Zuschlag, Grundsteinlegung für das Lindenhof-Ensemble war im Sommer 2017.

Heute umfasst es sieben Gebäude, drei Riegel in U-Form und vier Punkthäuser. Eine Kindertagesstätte, öffentliche Straßen, einen großen Spielplatz am Park und ein paar kleinere in den Höfen, 245 Pkw-Stellplätze und doppelt so viele Bügel für Fahrräder, zwei Blockheizkraftwerke, Rasenflächen und Vorgärten – entstanden ist ein komplettes kleines Viertel. Darin sind nun sämtliche Neubauten fertig, gearbeitet wird noch an den denkmalgeschützten Altbauten des Krankenhauses. Sie gehören der terraplan Immobilien- und Treuhandgesellschaft mbH, die sie zu Eigentumswohnungen umfunktioniert. Die Howoge plant in zwei erhaltenen Ärztehäusern noch etwa ein Dutzend Wohnungen. Eventuell werde es darin auch einen größeren Raum oder ein Café für die Bewohner geben, erzählt Projektleiter Jankun.

Begegnungen unter Nachbarn

Denn nun, da das Quartier nahezu fertig ist, will die Wohnungsbaugesellschaft dafür sorgen, dass sich die neuen Nachbarn schnell kennenlernen. „Wir wollen schon bald kleine Grill- und Kinderfeste veranstalten“, sagt Pressesprecherin Sabine Pentrop und verweist auf die bunt gemischte Alters- und Sozialstruktur im Lindenhof. „Hier wohnen Familien, Senioren, junge Leute in WGs, Singles, Pärchen. Das ist genau so gewollt.“ Als Ansprechpartner für ihre Mieter engagiert die Howoge Hausmeister, die auch mal eine helfende Hand reichen oder kleine Reparaturen erledigen.

Obwohl die Mieten nicht gerade günstig sind – in den frei finanzierten Wohnungen beträgt der Preis zwischen elf und zwölf Euro pro Quadratmeter, die geförderten kosten 6,50 Euro kalt – waren etliche Wohnungen schon wenige Wochen nach Bauende bezogen. Aktuell sind nur noch ein paar frei. Das Interesse sei anhaltend groß, berichtet Nicole Szigeti vom Vermietungsteam der Howoge. „Manchmal müssen wir unter den Bewerbern losen, damit es fair zugeht.“

Sascha Hofmann hatte Glück. Er findet an seinem neuen Heim nichts auszusetzen und schätzt vor allem die Nähe zum Herzberge-Park. Dort sei er nun viel mit Freundin und Hund unterwegs, erzählt er. „Jetzt freue ich mich darauf, dass auch hier im Lindenhof die Außenanlagen fertig sind.“

Autor:

Berit Müller aus Lichtenberg

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