Vor zehn Jahren eröffnete die Suppenküche Lichtenrade

Suppenköchin Erika ist eine von weit über 50 ehrenamtlichen Helfern. | Foto: Claudia Gerhard
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Lichtenrade. Ein denkwürdiger Jahrestag steht unmittelbar bevor: Vor zehn Jahren, am 4. September 2005, bewirtete die Suppenküche Lichtenrade mit damals zehn ehrenamtlichen Helfern die ersten zehn bedürftigen Gäste mit einer Gemüsesuppe und einem Obstsalat zum Nachtisch.

Bereits im April 2005 nahm die Idee des evangelischen Seelsorgers und inzwischen leider verstorbenen Ernst-Ludwig Koch, bedürftigen Menschen würdevoll eine warme Mahlzeit zu bereiten, ganz konkrete Formen an – und zwar mit der Gründung eines gemeinnützigen Vereins. Und am 4. September wurde dann die erste Suppe gekocht, „damals noch in einem 20-Liter-Topf“, erinnert sich die Leiterin Alex-Uta Benkel-Abeling.

Der Topf war bald zu klein, viel zu klein. Heute ist ein 200-Liter-Kochtopf im Einsatz und rund 55 ehrenamtliche Helfer wirbeln Sonntag für Sonntag in der Lichtenrader Suppenküche und bewirten bis zu 200 Personen. Tendenz steigend. Die soziale und allein durch Spenden finanzierte Einrichtung in der Finchleystraße 11 ist inzwischen längst eine Institution sowie eine feste Adresse für Bedürftige am südlichen Stadtrand und zieht immer weitere Kreise.

Zum Beispiel läuft seit acht Jahren in Kooperation mit der Georg-Büchner-Oberschule das Projekt „Soziale Jugendbildungsarbeit“. In diesem Projekt helfen jeweils vier Schüler der achten Klassen am Wochenende in der Suppenküche und sprechen über den Einsatz anschließend im Ethik-Unterricht.

In der Regel werden wechselnde nahrhafte Suppen mit jeweils einem gesunden Nachtisch sowie anschließend noch eine Tüte Lebensmittel zum Mitnehmen ausgegeben. Die Lebensmittel werden die Woche über bei Geschäften eingesammelt. Nach wie vor bekommt jeder, der vorgibt, Hunger zu haben beziehungsweise Hilfe zu benötigen, diese Hilfe. Vertrauen ist quasi die Seele dieses Geschäfts. Niemand muss seine Bedürftigkeit nachweisen. Die kostenlose Essen- und Lebensmittelausgabe erfolgt konsequent ohne Ansehen der Person, des Alters, der Herkunft oder Religion. Jeder, der sich in die sonntägliche Schlange vor dem Suppenkübel einreiht, erhält den warmen Teller Eintopf samt Nachtisch und eine Tüte Lebensmittel. „Jeder, der kommt, erhält Hilfe, ohne dass Fragen gestellt werden“, erklärt Alex-Uta Benkel-Abeling. Die Suppenköche und Helfer gehen ganz einfach davon aus, dass Menschen sich in der Regel nicht ohne Not lange bei jedem Wetter für eine Suppe anstellen würden. Geöffnet ist immer von 12 bis 14 Uhr. HDK

Autor:

Horst-Dieter Keitel aus Tempelhof

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