Geld von der Denkmalstiftung
Restaurierung und Wiederaufbau der Grabanlage der Familie Stöckel

Die Grabanlage der Familie Stöckel auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee. | Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe
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  • Die Grabanlage der Familie Stöckel auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee.
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In diesem Jahr unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Restaurierung und den Wiederaufbau der Grabanlage der Familie Stöckel auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee mit 15 000 Euro.

Die Anlage gehört seit 2021 zu den 200 Objekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank zahlreicher Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale allein in Berlin fördern konnte.

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin legte die etwa einen Kilometer lange und einen halben Kilometer breite Begräbnisstätte 1880 an. Mit rund 42 Hektar ist die Anlage der flächenmäßig größte erhaltene jüdische Friedhof Europas. Er steht mit nahezu 116 000 Grabstellen seit den 1970er-Jahren unter Denkmalschutz. Die Spaltung der Stadt führte 1955 zur Anlage eines eigenen Friedhofs der West-Berliner jüdischen Gemeinde. Die Ost-Berliner Gemeinde erhielt zur Erhaltung des Weißenseer Friedhofs keinerlei Unterstützung vom Ost-Berliner Magistrat. Erst mit der Anerkennung des Friedhofs als „Denkmal der Kulturgeschichte“ 1977 übernahm der Magistrat die Personalkosten für die Pflege des Friedhofs durch das Stadtgartenamt. Es wurden Wege wiederhergestellt und Grabanlagen saniert. Studentengruppen und Gruppen der Aktion Sühnezeichen halfen bei der Beseitigung der Schäden auf dem Friedhof. Dennoch reichten das stärkere Engagement in den 1980er-Jahren und die verstärkten Anstrengungen nach der Wiedervereinigung nicht aus.

Der 1862 in der Ukraine geborene Moritz Stöckel lebte spätestens seit 1883 im Berliner Vorort Friedenau. Er und sein Bruder Siegmund trugen wesentlich zur Entwicklung des Vorortes bei. Familienangehörige beider wurden Opfer des Holocaust. Die 1910 entstandene Grabanlage Stöckel gehört zu den frühen Grabstätten auf dem 1880 eröffneten Friedhof. Sie reiht sich in Stil und Größe in die Reihe ihrer Nachbaranlagen ein und bildet einen Teil des zeithistorisch und baukünstlerisch wertvollen Ensembles. Das Grabmal besitzt zwei Steinplatten für die Inschriften des Ehepaars Stöckel. Da Gertrud Stöckel in Theresienstadt ermordet wurde, blieb eine Seite leer. Heute ist das Familiengrab in sich zusammengefallen und in große Stücke zerbrochen. Die Fundamente sind durch Bewuchs verschoben.

Die Grabanlage der Familie Stöckel auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee. | Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe
Die Grabanlage der Familie Stöckel auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee. | Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe
Autor:

Manuela Frey aus Charlottenburg

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