Symbole helfen bei Kommunikation
Neue Spielplatztafel ermöglicht jedem die Teilhabe am öffentlichen Leben

Die Freude über die neue Kommunikationstafel auf dem Spielplatz ist groß. Stadträtin Heike Schmidt-Schmelz (rechts) war bei der feierlichen Enthüllung dabei.  | Foto:  K. Rabe
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Auf dem öffentlichen Spielplatz neben der Finkenkrug-Schule an der Mannheimer Straße gibt es jetzt eine inklusive Spielplatztafel. Menschen, die sich nicht mittels Sprache ausdrücken können, hilft sie dabei, ihre Wünsche und Gefühle mitzuteilen. Es ist die erste öffentliche Tafel dieser Art in Berlin.

Der kleine Umut zeigt auf das Symbol, auf dem wippende Kinder zu sehen sind. Klar, er will wippen. Mit Hilfe der neuen Spielplatztafel kann der Junge nun mitteilen, was er möchte und zeigen, wie er sich fühlt. 66 verschiedene Symbole aus der Symbolsammlung Metacom sind auf der Kommunikationstafel abgebildet. Metacom ist ein professionell und speziell für die Unterstützende Kommunikation (UK) gestaltetes Symbolsystem im deutschsprachigen Raum. Durch das Zeigen auf die Symbole können Gespräche initiiert, Wünsche ausgedrückt, Ereignisse kommentiert und auch Fragen gestellt werden.

Dass Menschen sich nicht mittels Sprache ausdrücken können, hat verschiedene Gründe. Ursache für eine eingeschränkte oder gar keine Lautsprache kann eine Behinderung, eine Krankheit oder auch ein Unfall sein. Aber auch Menschen, die erst wenig Deutsch sprechen, haben es schwer, mit anderen Personen in Kontakt zu kommen. Aber egal aus welchem Grund, ihnen wird so die Teilhabe in vielen Lebensbereichen erschwert – auch in der Freizeitgestaltung. Doch auch sie haben das Bedürfnis nach Kontakt, Austausch und Kommunikation und ein Recht auf Unterstützung.

An der Finkenkrug-Schule spielt die Unterstützende Kommunikation eine große Rolle. Die Schule ist ein Förderzentrum für geistige Entwicklung. „Von den insgesamt 125 Schülern sind über die Hälfte auf UK angewiesen“, sagt Schulleiterin Kirsten Ulrich. Die Spielplatztafel wurde daher auch auf Initiative der Schule auf dem öffentlichen Spielplatz aufgestellt und auch finanziert. „Ich freue mich, dass mit der neuen Tafel die Kommunikation aller Personen unterstützt und erleichtert wird“, sagt Bildungsstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) anlässlich der feierlichen Enthüllung der Tafel und bedankt sich für das wichtige Engagement der Schule. „Die Spielplatztafel ist ein guter Schritt auf dem Weg in eine inklusivere Welt, in der das Miteinander keine Hürden kennt.“

Bei aller Freude: Eine erhebliche Hürde gibt es dennoch. Die beiden Spielplatzbereiche an der Mannheimer Straße wurden zwar gerade erst saniert, aber sie sind nicht barrierefrei. „Scheininklusion“ nennt es Yasemin Beyaz, deren Sohn aufgrund seiner Behinderung im Rollstuhl sitzt und an der Finkenkrug-Schule lernt. Er könne wie viele andere seiner Mitschüler auch, nicht ohne große Anstrengung auf den Spielplatz gelangen. „Der eine Teil des Platzes ist komplett mit Sand und der andere vollständig mit Holzspänen ausgelegt“, ärgert sie sich. Nicht nur für Rollstuhlfahrer sei der Platz schwer zugänglich, betroffen seien auch Eltern mit Kinderwagen. Für Yasemin Beyaz ist es nicht nachzuvollziehen, warum bei der Neugestaltung des Spielplatzes die Barrierefreiheit offensichtlich keine Rolle gespielt hat.

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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