Blau-Weiß Mahlsdorf soll an das Land Berlin Gebühren für Hallenbenutzung zahlen

Der Anbau eines Gebäudes für Umkleideräume und Sanitäreinrichtungen beim FSV Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh ist fast fertig. | Foto: hari
2Bilder
  • Der Anbau eines Gebäudes für Umkleideräume und Sanitäreinrichtungen beim FSV Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh ist fast fertig.
  • Foto: hari
  • hochgeladen von Harald Ritter

Mahlsdorf. Sport soll Landesgrenzen überwinden. Forderungen des Landes Berlin an Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh zeigen dem Fußballverein jedoch die Grenzen auf. Er soll für die Nutzung von Hallen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf zahlen.

Das Problem des Vereins liest sich schon im Namen. Mahlsdorf ist bekanntlich ein Ortsteil des Bezirks Marzahn-Hellersdorf. Waldesruh ist ein Ortsteil der Gemeinde Hoppegarten in Brandenburg. Dieser Doppelcharakter bereitet dem Verein immer wieder Probleme.

Aktuell sind es die Berliner Förderrichtlinien für den Sport. Der FSV Blau-Weiß nutzt Hallen in Mahlsdorf, weil hier der größte Teil der Spieler lebt. Da er aber inzwischen Mitglied des Landessportbundes Brandenburg ist, kann er laut Richtlinien die Hallen in Berlin nicht mehr kostenlos bekommen.

Der Vereinssitz und die  Sportanlage, Waldesruher Straße 40, befinden sich jenseits der Landesgrenzen im Hoppegarten. Die Mannschaften spielen in Berliner Ligen und Kreisklassen. Bis 2015 war Blau-Weiß auch Mitglied des Landessportbundes Berlin (LSB).

Dann kam es zum Zerwürfnis. Der LSB lehnte einen Zuschuss für den Bau von Umkleidekabinen und Sanitäranlagen mit der Begründung ab, der FSV sei eigentlich kein Berliner Verein. Die Gemeinde Hoppegarten zeigte sich dagegen kooperativer und stellte Blau-Weiß bei einem Wechsel zum Landessportbund Brandenburg die Mittel in Aussicht. Der Verein willigte ein und erhielt Fördergelder. Der Anbau an das Vereinsheim, der insgesamt 300 000 Euro kostet, ist fast fertig. „Ohne die Fördermittel wäre der Bau nicht möglich gewesen“, sagt Frank Mulack, 1. Vorsitzender des Vereins. Über mögliche Konsequenzen hinsichtlich der Nutzung der Berliner Sporthallen habe sich der Vorstand keine Gedanken gemacht.

Der Verein hat rund 600 Mitglieder, darunter rund 400 Jugendliche und Kinder. Diese trainieren während des Winters in Sporthallen des Bezirks. „Ein Großteil davon kommt aus Mahlsdorf oder anderen Teilen Berlins“, erläutert Mulack.

Nachdem die Ummeldung durch den Landessportbund auch bei der Berliner Sportverwaltung angekommen war, meldete diese sich mit Forderungen bei dem Verein. „Wir sollen für die Zeit der Hallennutzung seit 2015 rund 20 000 Euro zahlen und dann für jedes weitere Jahr 7000 Euro“, erklärt Mulack. Das könne der Verein niemals bezahlen.

Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf unterstützt Blau-Weiß. „Nach Paragraf 34 der Berliner Sportanlagennutzungsordnung kann auf die Erhebung von Hallengebühren verzichtet werden, wenn das im öffentlichen Interesse des Landes Berlin ist“, erklärt Sportstadtrat Gordon Lemm (SPD). Das sei aus seiner Sicht bei Blau-Weiß Mahlsdorf gegeben. Der Bezirk und die Sportverwaltung des Senats hätten inzwischen eine Arbeitsgruppe gebildet, die über den Fall berät. hari

Der Anbau eines Gebäudes für Umkleideräume und Sanitäreinrichtungen beim FSV Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh ist fast fertig. | Foto: hari
Der Sportplatz des FSV Blau-Weiß Mahlsdorf/Waldesruh liegt auf Brandenburger Gebiet. Deshalb will das Land Berlin den Verein nicht fördern. | Foto: hari
Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

20 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Beitragsempfehlungen

Gesundheit und MedizinAnzeige
Schonende Verfahren für Ihre Rückengesundheit werden am 19. März vorgestellt. | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Informationen für Patienten
Minimal-Invasive Wirbelsäulenchirurgie

Leiden Sie unter anhaltenden Rückenschmerzen oder Wirbelsäulenbeschwerden? Moderne minimal-invasive Operationsverfahren ermöglichen eine schonendere Behandlung mit schnelleren Genesungszeiten. Erfahren Sie mehr über innovative Therapiemöglichkeiten bei unserem Infoabend mit Dr. (Univ. Kermanshah) Kamran Yawari, Teamchefarzt des Caritas Wirbelsäulenzentrums. In seinem Vortrag erläutert er die Vorteile minimal-invasiver Wirbelsäulenchirurgie und zeigt auf, wann und für wen diese Methoden sinnvoll...

  • Reinickendorf
  • 18.02.25
  • 91× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Erfahren Sie, welche proktologischen Erkrankungen häufig auftreten, welche Untersuchungsmethoden es gibt und wie moderne Behandlungsmöglichkeiten helfen können.  | Foto: pixel-shot.com, Leonid Yastremskiy

Proktologie: Ende gut, alles gut!

Unser Darm ist mit seinen 5 bis 7 Metern Länge ein wahres Wunderwerk unseres Körpers. Doch wenn es am Ende des Darms zu Erkrankungen kommt, kann das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen – auch wenn man es nicht sieht. Aus Scham werden diese Probleme oft verschwiegen, dabei gibt es in den meisten Fällen gute Behandlungsmöglichkeiten. Wir laden Sie herzlich zu unserem Informationsabend ein! Erfahren Sie, welche proktologischen Erkrankungen häufig auftreten, welche Untersuchungsmethoden es...

  • Reinickendorf
  • 19.02.25
  • 44× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Gallensteine sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Gesundheitsproblem.  | Foto: Caritas-Klinik Dominikus

Patienten fragen
Steine in der Gallenblase – was nun?

Gallensteine sind ein häufiges, aber oft unterschätztes Gesundheitsproblem. Etwa jede fünfte Person in Europa ist betroffen, und fast die Hälfte entwickelt im Laufe des Lebens Beschwerden. Diese äußern sich meist in Form von wiederkehrenden Schmerzen, insbesondere im rechten Oberbauch. In einigen Fällen können Gallensteine zu ernsthaften Komplikationen wie einer Entzündung der Gallenblase führen. Die bevorzugte Therapie bei Beschwerden ist die operative Entfernung der Gallenblase – in der Regel...

  • Reinickendorf
  • 12.02.25
  • 455× gelesen
Gesundheit und MedizinAnzeige
Informieren Sie sich über Intensivmedizin. | Foto: 2022 Tomasz Kuzminski

Infoabend am 11. Februar
Grenzen und Möglichkeiten der Intensivmedizin

Die Intensivmedizin hat erstaunliche Fortschritte gemacht und bietet schwerstkranken Patienten Überlebenschancen, die früher undenkbar waren. Doch wo liegen die Grenzen dieser Hochleistungsmedizin? Welche technischen, personellen und ethischen Herausforderungen gibt es? Besuchen Sie unseren Infoabend mit Priv.-Doz. Dr. Stephan Kurz und erfahren Sie, wie intensivmedizinische Maßnahmen Leben retten, aber auch komplexe Entscheidungen erfordern. Was geschieht, wenn Therapieoptionen ausgeschöpft...

  • Reinickendorf
  • 29.01.25
  • 1.056× gelesen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.