Wieder ist ein Fahrradfahrer von einem abbiegenden Lkw übersehen und überfahren worden. Der Unfall ereignete sich am 17. September gegen 12 Uhr auf der viel befahrenen Kreuzung Mollstraße und Otto-Braun-Straße unweit vom Alexanderplatz.
Das Opfer erlag trotz Behandlung durch mehrere Notärzte noch am Ort seinen schweren Verletzungen. Zum Alter des Toten konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Nach derzeitigen Erkenntnissen war der Mann mit seinem Fahrrad auf dem Radweg Richtung Torstraße unterwegs. An der Ampelkreuzung zur Otto-Braun-Straße sollen Radler und Lkw-Fahrer, die in gleicher Richtung fuhren, gewartet haben. Bei Grün bog der Laster nach rechts in die Otto-Braun-Straße ab und übersah dabei den Radfahrer. Der 50-jährige Lkw-Fahrer kam mit einem Schock ins Krankenhaus. Das Opfer war bereits der neunte getötete Radfahrer in diesem Jahr.
Für Laster gibt es bereits Abbiegeassistenten, die solche Unfälle verhindern sollen. „Wir brauchen endlich verpflichtende Abbiegeassistenten für Lkw. Unsere Initiative hierzu wurde im Bundesrat beschlossen, die Bundesregierung muss jetzt handeln“, twitterte die Grünen-Senatorin Ramona Pop nach dem Unfall. Auch andere Bundesländer wollen die Technik europaweit verpflichtend einführen. „Wir sind traurig, aber wir sind jetzt auch wütend. Schon im Januar haben Politikerinnen und Politiker versprochen, Maßnahmen gegen Lkw-Unfälle zu ergreifen! Wir brauchen ein Verbot für Lkw ohne elektronische Abbiegeassistenten in Berlin - jetzt und sofort!“, so Kerstin Leutloff, die beim Changing Cities e.V. Mahnwachen für getötete Radfahrende organisiert. “Wie viele müssen noch sterben?”
“Berlin darf nicht untätig bleiben und abwarten, bis die gesetzliche Pflicht für Lkw-Abbiegeassistenten auf europäischer Ebene beschlossen wird. London hat bereits verfügt, dass Lkw ohne ausreichende Sicherheitstechnik und entsprechende Spiegel ab 2020 nicht mehr in die Innenstadt fahren dürfen. Wir brauchen jetzt mutige Entscheidungen von unserer Landesregierung, damit das Sterben auf unseren Straßen endlich ein Ende hat”, so Evan Vosberg, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Berlin.
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