Raserei ist kein Kavaliersdelikt
Bezirksverordnete fordern mehr Blitzer

Raserei und illegale Autorennen sind keine Kavaliersdelikte. Sie gefährden und kosten Menschenleben. Da sich viele „Rennstrecken“ in Schöneberg befinden, wollen SPD und CDU in der BVV in einem gemeinsamen Antrag mit weiteren stationären Blitzern und verschärften Sanktionen dagegen vorgehen.

Ein illegales Autorennen wird wohl immer im Gedächtnis der Stadt bleiben: das von Hamdi H. und Marvin N. in der Nacht zum 1. Februar 2016. Sie rasten mit 170 Kilometern pro Stunde über den Kurfürstendamm, über 20 Querstraßen und elf Ampeln. Gestoppt wurden sie erst in der Tauentzienstraße, als sie mit einem Geländewagen kollidierten. Der Fahrer hatte keine Chance. Sein Fahrzeug schleuderte 70 Meter weit. Michael W. starb noch an der Unfallstelle. Die beiden Männer wurden zunächst sogar wegen Mordes verurteilt, das Urteil allerdings inzwischen vom Bundesgerichtshof aufgehoben.

In ihrem Antrag, der von der Bezirksverordnetenversammlung mehrheitlich angenommen wurde, fordern SPD und CDU mindestens zehn weitere stationäre Geräte zur Geschwindigkeitsüberwachung. „Zwingend berücksichtigt“ werden sollten die Bülow-, Kleist-, Haupt-, Tauentzien- und Grunewaldstraße sowie die Martin-Luther-Straße sowie auch der Mariendorfer Damm.

Zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 30. Juni 2018 wurden auf diesen Straßen 30 illegale Autorennen angezeigt. Trauriger Spitzenreiter mit acht Anzeigen ist der Mariendorfer Damm.

"Das ist eine polizeiliche Aufgabe"

Auch über weitere wirksame Maßnahmen soll das Bezirksamt nachdenken. Die Grünen äußerten in der Debatte Bedenken, ob der Bezirk in der Frage überhaupt etwas unternehmen könne. „Das ist eine polizeiliche Aufgabe. Zuständig ist der Senat“, so der Verordnete Bertram von Boxberg. Marijke Höppner (SPD) schlug „kleinere Einzelinitiativen“ wie das Anbringen von Warnhinweisen an unfallträchtigen Orten vor. Ähnliches wird auf Deutschlands Autobahnen praktiziert.

Sebastian Baetke (AfD) meint: „Stationäre Blitzer imponieren Autorasern nicht. Die verabreden sich dann woanders. Baetke plädierte für mobile Messgeräte an bekannten Schwerpunkten.

Autor:

Karen Noetzel aus Schöneberg

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