Menschen, Orte, Spaziergänge
Plattform "Jewish Places" vorgestellt

Die Startseite von Jewish Places. | Foto:  Jüdisches Museum Berlin
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Für Berlin vermerkte die Website rund 2500 Einträge. Insgesamt waren es etwa 8500. Dabei war sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht offiziell gestartet.

Das passierte am 13. September. Einen Tag zuvor wurde die Onlineplattform "Jewish Places" in der Akademie des Jüdischen Museums vorgestellt. Das Museum brachte sie nach fast vierjähriger Vorbereitung an den Start. Unterstützt von zahlreichen weiteren Einrichtungen und gefördert von verschiedenen Personen und Institutionen. Die Seite wird von zwei Administratoren hauptamtlich betreut.

"Jewish Places" will eine digitale Übersicht über jüdisches Leben in Deutschland und teilweise auch darüber hinaus geben. Das bezieht sich auf Orte, Einrichtungen, Personen sowie Spaziergänge und beinhaltet die Vergangenheit ebenso wie die Gegenwart. Adressen bekannter oder weniger bekannter Menschen finden sich dort, Anschriften von Synagogen, Geschäften, Unternehmen, die einst in jüdischen Besitz waren. Gebäude, Veranstaltungen oder eben besondere Touren, die an Erinnerungs- und anderen Stätten vorbeiführen. Alles mit den entsprechenden Informationen.

Der Grundstock für den Start wurde von den Mitarbeitern des Museumsteams gelegt. Weiter gefüllt werden soll die Website jetzt von allen, die etwas dazu beitragen können. Denn sie funktioniert in weiten Teilen interaktiv. Nutzer können Beiträge einstellen oder bestehende ergänzen. Auch das Hochladen von Fotos oder Filmen ist gewünscht. Daraus soll sich eine möglichst große Community entwickeln.

Offenheit, die aber auch Nebenwirkungen haben könnte, kam als Einwand bei der Präsentation. Bestehe nicht die Gefahr, dass die Seiten mit zum Beispiel rechtsradikalem Inhalt verunstaltet werden?

Natürlich sei das nicht völlig auszuschließen, sagte Projektleiterin Barbara Thiele. Aber sie setze in solchen Fällen auch auf den schnellen Eingriff anderer User. Dazu komme als gewisse Barriere, dass sich jeder Teilnehmer einloggen müsse.

"Wir wollten bewusst keine engen Grenzen ziehen", ergänzte Léontine Meijer-van Mensch, die Programmdirektorin des Jüdischen Museums. Vielmehr einer möglichst großen Zahl von Interessierten einen leichten Zugang verschaffen. Dazu gibt es auch begleitend analoge Angebote, etwa vor kurzem eine Spurensuche mit Schülern in Oldenburg.

Schon die zunächst aufgeführten 8500 Orte verteilten sich über fast ganz Deutschland. Besondere Schwerpunkte sind bisher der Süden und Westen, auch Berlin. Die Einträge sollen nur der Anfang sein. Und jeder einzelne zeigt, dass es jüdisches Leben in Deutschland nicht nur gab, sondern gerade auch heute wieder vielfältig gibt.

Abzurufen ist die Plattform unter www.jewish-places.de.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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