Endgültiges Aus fürs Puppentheater-Museum?
Betreiberverein kann die Kosten für den laufenden Betrieb nicht aufbringen
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- Die Puppen blicken eher fröhlich drein, aber es gibt auch finstere Gestalten, die besser zur derzeitigen Stimmung im Museum an der Karl-Marx-Straße passen.
- Foto: Schilp
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Das Puppentheater-Museum in der Karl-Marx-Straße 135 hofft auf ein Wunder: Finden sich nicht schnell Sponsoren, muss Ende April geschlossen werden – und das nur wenige Wochen nach dem 30. Geburtstag.
Träger der Einrichtung ist der Verein Puppentheater-Museum Berlin. Der Großteil der Arbeit wird ehrenamtlich erbracht. Herzstück des Museums ist die große Sammlung von Marionetten, Stab- und Handpuppen aus vielen Ländern, die alle einst tatsächlich auf der Bühne standen. Manche von ihnen sind um die 150 Jahre alt. Zusätzlich gibt es auch viele Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene.
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- Werden die prächtigen Puppen bald weggesperrt?
- Foto: Gabi Bultmann
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Bereits Ende 2023 stand das Museum vor ernsten finanziellen Problemen. Es war unklar, ob es weiterhin Zuschüsse vom Bezirksamt geben würde. Bei einer Crowdfunding-Aktion kamen 20 000 Euro zusammen. So rettete sich das Museum über ein paar Monate. Schließlich traf auch die Förderzusage vom Kulturamt ein. Zudem verzichtete die Vermieterin Stadt und Land auf die anstehende Mieterhöhung und verlängerte den Vertrag bis April dieses Jahres. Nach der jüngsten Kürzungsliste soll es jetzt aber keine öffentliche Förderung mehr geben. „Trotz allen Zuspruchs und aller Mühe können wir die notwendigen Mittel in Höhe von 50 000 Euro pro Jahr nicht erwirtschaften“, teilt der Verein mit. Dazu reichten die Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Führungen, Puppenbau-Workshops und anderen Veranstaltungen einfach nicht. Deshalb rechnet der Verein mit dem Aus – außer es melden sich rechtzeitig Sponsoren und Kooperationspartner, die eine längerfristige Planungssicherheit gewährleisten.
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- Blick auf die großen Vitrinen im zentralen Ausstellungsraum.
- Foto: Schilp
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Zumindest soll das Finale unvergesslich werden. Vom 14. bis 16. März steht ein Spektakel mit Puppenspielern und Musikern auf dem Programm. Und am 28. März ist eine neue Produktion geplant: eine Figurentheater-Performance zu Shakespeares Sonetten. Die Ausstellung soll bis zum letzten Tag geöffnet sein. Willkommen sind Besucher täglich, außer montags, von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene sechs, ermäßigt drei Euro, für Kinder vier, ermäßigt zwei Euro.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.puppentheater-museum.de. Wer das Museum unterstützen möchte, melde sich unter Tel. 0151 21 75 03 31 oder per E-Mail an management@puppentheater-museum.de.
Autor:Susanne Schilp aus Neukölln |
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