Erinnerung an ein Paar
Stolpersteine für Walter und Hilde Ehlen in der Oderstraße verlegt

Zwei Stolpersteine werden am Mittwoch, 10. April, vor dem Haus Oderstraße 52 verlegt. Sie erinnern an Walter und Hilde Ehlen, die von den Nazis verfolgt wurden.

Das Ehepaar lebte bis 1934 in der Oderstraße. Walter Ehlen kam 1906 in Neukölln zur Welt und war schon als Jugendlicher Mitglied einer Arbeitersportorganisation. Nach seinem Ausschluss aus der SPD wurde er Mitglied in der KPD. Der gelernte Schneider beteiligte sich an politischen Aktionen, verteilte Flugblätter. Mehrmals musste er Geldstrafen zahlen und kürzere Gefängnisstrafen verbüßen.

Er emigrierte kurzfristig in die Tschechoslowakische Republik und kehrte 1936 unter falschem Namen nach Berlin zurück, um Informationen für die KPD zu sammeln. Im selben Jahr wurde er verhaftet und unter anderem wegen Hochverrats zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Über mehrere Stationen gelangte er in das Mauthausener KZ-Außenlager Gusen. Dort wurde er am 2. Mai 1945 von anderen Häftlingen ermordet.

Seine Frau Hilde Ehlen, gebürtige Schönebergerin, überlebte die Nazi-Zeit. Sie hatte Kontakte zu sozialistischen Kreisen, eine Zugehörigkeit zur KPD war nicht nachzuweisen. Allerdings kannte sie Geheimschriften, was auf internes Wissen schließen lässt. Während Walter Ehlen Berlin verließ, tauchte sie mit dem gemeinsamen Sohn in der Stadt unter. Später flohen Mutter und Kind nach England.

Die Veranstaltung in der Oderstraße beginnt um 11.40 Uhr mit einem Musikstück. Die Verlegung wird von einer kleinen Gedenkfeier der Stolperstein-Patin in Zusammenarbeit mit einer zehnten Klasse der Evangelischen Schule Neukölln begleitet.

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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