Kleiner Rückblick auf das Jahr im Bezirk
Bauvorhaben beginnen, Bezirksamt bildet sich neu, Jubiläen werden gefeiert
Das Jahr geht zu Ende. Die Berliner Woche wirft einen Blick zurück auf das, was 2023 im Bezirk passiert ist.
Januar: Der Große Stern des Sports in Gold geht nach Schöneberg. Der Fußballverein Internationale Berlin wird für seine Nachhaltigkeitsprojekte ausgezeichnet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht einen Scheck über 10 000 Euro.
„Auf den Spuren der Familie Diek. Geschichten Schwarzer Menschen in Tempelhof-Schöneberg“ heißt eine wegweisende Ausstellung im Schöneberg Museum. Im Rahmen der Schau werden in den kommenden Monaten Stolpersteine für schwarze Menschen verlegt.
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club zeichnet die Bezirksverwaltung als „Fahrradfreundlichen Arbeitgeber“ aus – als ersten in Berlin. Unter anderem wird gelobt, dass das Amt knapp 340 Fahrrad-Abstellanlagen an Dienststandorten hat, darunter auch ein neuartiges Fahrrad-Parkhaus hinterm Rathaus Schöneberg.
Februar: Zu ihrem 100. Geburtstag wird die Grünanlage an der Gleditschstraße nach Ursula Mamlok (1923-2016) benannt. Sie war eine führende Vertreterin der US-Avantgarde-Musik und verbrachte ihre ersten Lebensjahre in der Motzstraße.
Bei der Wiederholungswahl zur BVV wird die CDU mit 30,8 Prozent der Stimmen stärkste Fraktion. Das ist im Vergleich mit 2021 ein Plus von zehn Prozent. Die Grünen kommen auf 23,8 Prozent (+0,2), die SPD auf 19,7 Prozent (-3,8), die Linken auf 7,9 Prozent (-0,9), die AfD auf 6,2 Prozent (+0,4) und die FDP auf 4,1 Prozent.
Vor knapp zwei Jahren schloss das Ellington Hotel in der Nürnberger Straße. Die neue Eigentümerin, die Signa-Gruppe, will das Gebäude wieder zum Femina-Palast umbauen – inklusive eines Tanzsaals. Doch im Herbst kriselt es bei Signa. Ob die Pläne weiterverfolgt werden, steht nicht fest.
März: Eine „Panchina Rossa“ (Rote Bank) wird auf dem Grazer Platz aufgestellt. Sie setzt ein Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen. Die Idee dazu stammt aus Italien.
Das neue „Berliner Wassernetz“ will in jedem Bezirk ein Gewässer genau unter die Lupe nehmen. In Tempelhof startet ein Pilotprojekt am Rothepfuhl, der in schlechtem Zustand ist. Er liegt in einem kleinen Naturschutzgebiet an der Britzer Straße.
April: Nach 135 Jahren leitet zum ersten Mal eine Frau die Urania: Am 1. April übernimmt Johanna Sprondel die Nachfolge von Ulrich Weigand. Die neue Direktorin hat in Philosophie promoviert.
Vor 70 Jahren eröffnete das Notaufnahmelager Marienfelde. Für anderthalb Millionen DDR-Bürger war es bis 1990 die erste Anlaufstelle in West-Berlin. Heute gibt es hier eine Erinnerungsstätte mit der Dauerausstellung.
Das Bezirksamt konstituiert sich neu. Bürgermeister bleibt Jörn Oltmann (Grüne). Zu seinem Stellvertreter und Stadtrat für Bürgerdienste, Soziales und Senioren wird Matthias Steuckardt (CDU) gewählt. Oliver Schworck (SPD) kümmert sich weiter um Jugend und Gesundheit, Saskia Ellenbeck (Grüne) um Ordnung, Straßen, Grünflächen, Umwelt und Naturschutz. Tobias Dollase (parteilos, für CDU) bleibt Dezernent für Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur. Eva Majewski (CDU) übernimmt Stadtentwicklung und Facility Management.
Mai: Die Sanierung des Gasometers auf dem Euref-Gelände ist so weit fortgeschritten, dass Richtfest gefeiert werden kann. Der untere Bereich mit seinem zwölf Meter hohen Saal ist für Konferenzen gedacht. Darüber finden Büros der Deutschen Bahn Platz. Ganz oben ist eine Skylounge geplant.
Der Bezirk hat seine erste „Sommerstraße“. Im nördlichen Abschnitt der Steinmetzstraße ist ein 30 Meter langer Bereich autofrei. Bis Oktober lädt das Areal zum Spielen und Entspannen ein.
Juni: Der 600 Meter lange, sanierte Marienparkweg eröffnet. Besonders Kinder, die zur Marienfelder Grundschule gehen oder radeln, profitieren von der Verbindung durch den Grünzug zwischen Tirschenreuther Ring und Waldsassener Straße.
Die Freiluftausstellung „Blockierte Sieger – Geteiltes Berlin. 75 Jahre Luftbrücke“ ist bis zum 12. Mai 2024 vor dem Flughafen Tempelhof zu sehen. Sie erinnert an die Zeit vom 28. Juni 1948 bis 12. Mai 1949, als West-Berlin von der Luft aus versorgt werden musste.
Juli: Das fast 60 Jahre alte Planetarium am Insulaner wird fit für die Zukunft gemacht. Geplant ist, es zum Bildungszentrum umzubauen. Mindestens drei Jahre soll das Haus geschlossen bleiben.
Die geschützten Radwege an der Haupt- und an der Grunewaldstraße können nun doch angelegt werden. Vor einigen Wochen hatte die neue Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) mit ihrer Ankündigung, die Projekte erneut auf den Prüfstand zu stellen, für Irritation gesorgt.
August: Das Bezirksamt plant schon seit Jahren, nun hat der Senat den Weg für die Neubausiedlung „Mariengrün“ freigemacht. Rund 340 Wohnungen will die Degewo am Lichterfelder Ring bauen. Die Arbeiten werden aber wohl erst 2026 beginnen.
Die Jugendverkehrsschule darf ein weiteres Jahr am Sachsendamm bleiben. Doch die Zukunft ist ungewiss. Eigentümer Kurt Krieger will dort Neubauten errichten.
September: 90 Jahre hat ein zwei Meter großer hölzerner Engel unbeachtet im Turm der Glaubenskirche an der Friedrich-Franz-Straße verbracht. Nun ist er frisch restauriert auf seinen alten Platz auf der Orgelempore zurückgekehrt.
Ein großer Schritt zum Wiederaufbau der Dresdner Bahn ist getan: Die neue, 900 Tonnen schwere Teltowkanalbrücke südlich vom S-Bahnhof Attilastraße ist an ihrem Platz. 2025 sollen die ersten Züge mit bis zu 160 Stundenkilometern über das Bauwerk rollen.
Oktober: Der Flughafen Tempelhof feiert 100. Geburtstag. Auf dem Programm stehen 100 Kulturveranstaltungen im Inneren und rund um das größte Baudenkmal Europas.
Bezirksamt und Deutsche Bahn unterzeichnen eine Vereinbarung. Ziel ist, das Umfeld des Bahnhofs Südkreuz gemeinsam attraktiver zu machen. Im Fokus stehen unter anderem der Hildegard-Knef-Platz, der Radschnellweg „Teltowkanalroute“ und Abstellplätze für Fahrräder.
November: Das Kleine Theater am Südwestkorso feiert 50. Geburtstag. Mehr als eine halbe Million Zuschauer konnte das Haus schon begrüßen.
Mit dem ersten Spatenstich wird der Startschuss für das neue DHL-Frachtgüterterminal an der Buckower Chaussee 36 gegeben. Früher hatte hier eine Brennerei ihren Sitz. Nun entsteht ein Logistikzentrum mit 49 Ladetoren.
Der Senat beschließt die Änderung des THF-Gesetzes. So wird es möglich, neue Container für geflüchtete Menschen auf dem Tempelhofer Feld zu errichten.
Dezember: Auf dem Schindler-Gelände an der Ringstraße haben die Arbeiten für Europas größtes Gründerzentrum begonnen. Eine Fabrikhalle wird umgebaut, damit sich ab 2026 Werkstätten, Büros, Start-ups, kleinere und mittlere Unternehmen für eine günstige Miete ansiedeln können.
Die Bezirksverordneten beschließen Kiezblocks im Akazienviertel und zwischen Alt-Tempelhof und Friedrich-Karl-Straße. Ein bloßes Durchfahren der Quartiere soll für Autofahrer unattraktiv gemacht werden, zum Beispiel mithilfe von Pollern oder Einbahnstraßen.
Autor:Susanne Schilp aus Neukölln |
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