Kinderwünsche an die Politik
Von Toiletten bis Radwege – junges Parlament stellt Anträge

Seit 20 Jahren gibt es ein Kinder- und Jugendparlament, in dem 150 junge Menschen aktiv sind. Regelmäßig stellen sie Anträge, die bei der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) abgestimmt werden. Was die Kinder sich wünschen und warum etliches nicht umgesetzt werden kann, zeigen vier exemplarische Fälle aus der Novembersitzung.

Votiert die BVV für einen Antrag, muss das Bezirksamt – also die Stadträtinnen und Stadträte – das Anliegen prüfen und gegebenenfalls umsetzen. So beschäftigte sich Eva Majewski (CDU), zuständig für Facility Management, mit der Bitte von Kindern der Lichtenrader Nahariya-Grundschule. Sie möchten, dass die defekten Toiletten, vor allem in der Sporthalle, auf Vordermann gebracht werden.

Majewksi erklärte, das sei erst 2021 geschehen und habe rund 30 000 Euro gekostet. Schon wenige Monate später waren allerdings wieder Türklinken zerbrochen, Türen eingetreten, Scheiben zerstört und mussten erneut repariert werden. Majewskis Fazit: „Dem nutzerbedingten Fehlverhalten kann im Rahmen der Bauunterhaltung nicht dauerhaft entgegengehalten werden.“ Hier bedürfe es anderer Lösungen vonseiten der Schule.

Ein zweites Anliegen der Kinder: Der Hexenspielplatz an der Eisenacher Straße soll barrierefrei werden. Die zuständige Stadträtin Saskia Ellenbeck (Grüne) bedauert, dafür sei nicht genug Geld und Personal vorhanden. Die Kosten schätzt sie auf mindestens eine halbe Million Euro. „Außerdem müssten Baumfällungen stattfinden, da eine Versiegelung der Flächen mit Kunststofffallschutz nötig wäre“, so die Stadträtin.

Ein anderer Wunsch allgemeinerer Natur sind mehr Blumen auf den Mittelstreifen großer Straße. Auch das scheitert am Geld. Mittelstreifen seien keine Grünanlagen, sondern „Straßenbegleitgrün“, für die gerade einmal sieben Cent pro Quadratmeter zur Verfügung stünden, so Ellenbeck. Das reiche, um zweimal im Jahr den Rasen zu mähen und so die Verkehrssicherheit zu gewährleisten – für mehr in aller Regel nicht.

Ebenfalls ein Nein gibt es für einen Fahrradweg entlang der südlichen Münchener Straße in Schöneberg. Der Grund: Die Straße ist eine Tempo-30-Zone und dort darf es grundsätzlich keine benutzungspflichtigen Radwege geben, teilt Ellenbeck mit.

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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